Dillingen Auch wenn Dr. Georg Paula dem Landkreis Dillingen eine „mustergültige Denkmalpflege“ bescheinigte, haben sich im Rahmen der Nachqualifizierung und der Revision der Bayerischen Denkmalliste auch in der Region Änderungen ergeben. Die Ergebnisse stellte er zusammen mit Dr. Christian Bollacher, beide vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, am vergangenen Montag bei der Bürgermeisterdienstbesprechung im Landratsamt vor. Seit 2007 werden betroffene Baudenkmäler im Kreis geprüft. Nicht mehr in der Denkmalliste stehen nun unter anderem ein Wohnhaus im Jakobstal in Dillingen und das Handwerkerhaus am Weberberg in Höchstädt. „Beide wurde in den vergangenen Jahren so stark umgebaut oder saniert, dass kaum noch das Original zu erkennen ist“, so Paula. Dafür aber wurde beispielsweise der Kömertshof in Oettingen-Wallerstein um sein Nebengebäude in der Liste ergänzt oder die Obermedlinger Loretokapelle wurde mit aufgenommen.
Römische Villa bei Bergheim
Auch Bodendenkmäler wurden neu erfasst oder geprüft. Im Landkreis Dillingen sind laut den Untersuchungen von Dr. Christian Bollach 959 Bodendenkmäler bekannt. Dazu zählt unter anderem eine Siedlung der Linearbandkeramik bei Oberringingen, eine römische Villa bei Bergheim oder ein historischer Ortskern in Ziertheim.
Auch in Bächingen steht ein denkmalgeschütztes Gebäude, das Mooseum. Seit Kurzem wurde auf den Dächern eine Fotovoltaikanlage installiert. Die soll nun laut Bürgermeister Roland Grandel wieder ab, so wolle es das Landesamt. „Ich frage mich schon, ob die Energiewende mit dem Denkmalschutz in Konflikt steht“, so Grandel. In der heutigen Zeit erwarte er, dass die Nutzung von regenerativen Energien vorgehen müsse. „Das ist doch sonst nicht zeitgemäß.“ Landrat Leo Schrell sagte: „Ich bin mir sicher, dass sich bei diesem Thema in den nächsten Monaten, Jahren noch vieles verändern wird.“ Auch Dillingens OB Frank Kunz betonte, dass er im Fall Bächingens von den Behörden mehr Entgegenkommen erwarte.
Kreisheimatpfleger Alois Seiler allerdings konnte die Einwände gegen die Fotovoltaikanlage nachvollziehen: „Überall wird das mittlerweile drauf gebaut. Ein bisschen Rücksicht sollte man da schon nehmen.“ Außerdem sei die Anzahl der denkmalgeschützten Gebäude im Landkreis so gering, „das macht die Suppe auch nicht fett, wenn da jetzt keine Fotovoltaikanlagen installiert werden“.
Bei der Bürgermeisterdienstbesprechung wurde außerdem der Bissinger Helmut Herreiner zum neuen Kreisarchivpfleger bestellt. Dafür extra gekommen war der Direktor des Staatsarchivs in Augsburg, Dr. Thomas Engelke. „Nach einem Jahr Vakanz in Dillingen bin ich sehr froh, dass wir jetzt einen Nachfolger gefunden haben“, so Engelke. Bisheriger Archivpfleger im Landkreis war Dr. Johannes Mordstein, der vor einem Jahr die ehrenamtliche Aufgabe aus persönlichen Gründen abgab. Helmut Herreiner ist Mitglied im Bissinger Gemeinderat und auch dort für das Archiv zuständig. Er studierte Lehramt für Hauptschule, mit dem Hauptfach Geschichte, und ist Konrektor an der Bissinger Volksschule. Bis 31. Oktober 2016 ist er nun der neue Kreisarchivpfleger des Landkreises.