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Der akademische Betrieb als Groteske

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Der akademische Betrieb als Groteske

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    Michaela Sambanis, Wissenschaftlerin und Romanautorin, las in der Akademie aus "Academica oder wo geht's denn hier zum Lehrstuhl?". Foto: Pawlu
    Michaela Sambanis, Wissenschaftlerin und Romanautorin, las in der Akademie aus "Academica oder wo geht's denn hier zum Lehrstuhl?". Foto: Pawlu Foto: Pawlu

    Die Autorin ist Privatdozentin an der PH Karlsruhe und Leiterin eines Forschungsbereichs am "Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen" der Universität Ulm. Ihre Lesung in der Dillinger Akademie verdeutlichte den entscheidenden Impuls für den ersten Ausflug der Wissenschaftlerin in das Reich der Belletristik: Es geht darum, eigene Erlebnisse auf dem Campus und im Klassenzimmer in exemplarische Erzählungen zu transferieren.

    "Sonnenscheinbuch für den Liegestuhl"

    Ihre Absicht sei es nicht, die Zahl der akademischen Enthüllungsromane zu vergrößern, sagte Michaela Sambanis. Aber eine von ihr vorgetragene Examensszene aus ihrem Buch enthüllte zumindest die Arroganz des prüfenden Professors und die Fragwürdigkeit von Noten. Mit einer amüsanten Mischung von Humor, Satire und dokumentierender Detailkenntnis entlarvt die Passage das ständig präsente Groteske im akademischen Betrieb.

    Als einen Gegensatz zu dieser Welt der unantastbaren Hierarchien beschreibt Michaela Sambanis die Erlebnisse der Lehrerin Sebold im Klassenzimmer. Auch hier dominiert die Groteske, aber die Naivität der Grundschulkinder sichert ihr einen rührenden Glanz. Wenn pädagogische Probleme mit der "Vereinfachten Ausgangsschrift", mit dem "Füllerführerschein" und mit der Deutung einer Kinderzeichnung geschildert werden, entsteht ein realistisches Bild vom Lehreralltag, in dem selbst das Liebenswert-Drollige immer auch Anstrengung bedeutet.

    Weshalb das Buch - weit unter seinem eigentlichen Wert - als "ein Sonnenscheinbuch für den Liegestuhl" bezeichnet worden ist, lässt sich mit einer Tanzschulszene begründen. Dort beobachtet die Romanheldin Sebold das Verhalten von Kindern, die mit ihrem Erscheinungsbild, ihren Wünschen und Äußerungen Rückschlüsse auf das Milieu zulassen, in dem sie aufwachsen.

    Begrüßt und verabschiedet wurde die Autorin von Barbara Damböck, Leiterin des Referats Englisch in der Grund- und Hauptschule an der Akademie. Michaela Sambanis konnte aus dieser Lesung den Eindruck mitnehmen, dass ihre in korrekte Satzgefüge gekleidete Erzählkunst zumindest bei Pädagogen große Zustimmung findet. Der Zuhörerkreis bestand vor allem aus Englischlehrerinnen. Deren Freude des Wiedererkennens von typischen Situationen im pädagogischen Alltag führte immer wieder zu zustimmend-wissendem Gelächter.

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