Das Holz des Wagengestells wurde neu hergerichtet, die Bronze auf Hochglanz poliert, und das passende Podium hat Rudolf Kimmerle auch anfertigen lassen. Das war im Juli vergangenen Jahres. Damals ging der Höchstädter Unternehmer davon aus, dass seine Kanone, ein altes Fundstück aus dem 17. Jahrhundert, in wenigen Wochen den „Lidl-Kreisverkehr“ am Ortseingang von Höchstädt zieren wird. Im Interview 2015 sagte er: „Bislang stand sie bei mir vor dem Haus. Aber das ist doch viel zu schade. Außerdem bin ich sehr mit der Stadt verbunden, und diese Kanone auf dem Kreisel wird ein richtiges Aushängeschild.“ Wird sie nicht. Denn nun ist klar: Rudolf Kimmerle darf den historischen Schatz nicht auf dem Kreisverkehr installieren. Mehr noch: Sogar die vier Bäumchen, die der Bauunternehmer vor rund eineinhalb Jahren auf eigene Kosten gepflanzt und um die er sich auch kümmert, müssen weg. Und zwar noch im Oktober. Das ist eine Anordnung vom Staatlichen Bauamt Krumbach. „Das ist doch wirklich schade. Ich kenne keinen, der gegen die Kanone ist. Der komplette Stadtrat ist ja auch dafür. Die Stadt muss sich da was einfallen lassen“, sagt Kimmerle. Er habe von den Mitbürgern und von überall her nur positive Rückmeldungen zu seiner Kanone erhalten. Dass ihm das Amt nun einen Strich durch die Rechnung macht, kann er nicht verstehen. „Ich werde einen Antrag an den Stadtrat stellen, dass das Ortsschild um 50 Meter verstellt wird. Dann gehört der Kreisverkehr der Stadt und dann kann es der Bürgermeister entscheiden. Und der will die Kanone.“
Höchstädt