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Drama um Störche im Landkreis Dillingen: Die Störche haben’s heuer schwer

Drama um Störche im Landkreis Dillingen

Die Störche haben’s heuer schwer

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    Noch brütet der Storch in Dillingen. Das nasskalte Wetter setzt den Vögeln aber zu.
    Noch brütet der Storch in Dillingen. Das nasskalte Wetter setzt den Vögeln aber zu. Foto: Jan Koenen/Stadt Dillingen

    Einer hat es leider nicht geschafft: Aus dem Wittislinger Storchennest gibt es schlechte Nachrichten. Der jüngste Nachwuchs konnte den Wetterkapriolen offensichtlich nicht mehr trotzen und ist verendet. Storchenbeobachter Manfred Selzle konnte am Sonntag nur noch zwei Tierkinder zählen: „Schlimm ist das nasskalte Wetter.“ Doch die beiden überlebenden kleinen Störche haben gute Chancen, meint der Wittislinger. Denn Papa Gisilo und Mama Witti finden bei Feuchtigkeit genügend Regenwürmer – und jetzt auch Mäuse oder Maulwürfe.

    Wobei es eigentlich Witti die Dritte ist, die da Gisilos Nachwuchs betreut. Denn der Wittislinger Storch liebt offensichtlich die Abwechslung, was das Weibchen an seiner Seite angeht. Selzle sagt: „Der hat heuer schon wieder ein neues. Aber die anderen haben gesagt, wir behalten den Namen.“ Deshalb also Witti Nummer drei. Selzle hofft, dass die beiden verbliebenen kleinen Störche es schaffen. Schließlich waren im vergangenen Jahr alle drei Jungen in vier Tagen gestorben.

    Die Bächinger Störche lassen sich dagegen noch nicht ins Nest schauen, was der Nachwuchs macht. Und eine Kamera ist auf dem Schloss auch nicht installiert, sagt Lukas Rißmann, der derzeit im Mooseum sein Freiwilliges ökologisches Jahr macht. „Meist ist aber ein Storch da.“ Rißmann vermutet, dass der Nachwuchs noch ganz klein ist und von den Eltern noch beschützt wird. „Die wechseln sich ab.“ Noch ein paar Tage wird es dauern, so schätzt er, bis man einen kleinen Kopf sehen könnte. Auch in Gundelfingen ist die Zahl der Tierkinder noch ein Geheimnis: „Die lassen mich keinen Blick drauf werfen“, sagt Beobachter Walter Hieber. Aber eines ist sicher: vier Eier gab es und ein Junges ist schon geschlüpft. Doch Hieber sorgt sich um den Nachwuchs, das nass-kalte Wetter ist für die Kleinen nämlich gar nicht gut. Übrigens wäre in der Gärtnerstadt noch eine „Storchenwohnung“ frei – denn auf dem Bleichestadel gibt es ebenfalls ein Nest. Nur das auf dem Rathaus sei besetzt, so Hieber.

    Hildegard Zenetti aus Lauingen ist in diesem Tagen sehr traurig: „Die brüten nicht mehr. Das Weibchen fehlt.“ Zum ersten Mal seit elf Jahren wird es damit heuer in der Herzogstadt keinen Storchennachwuchs geben. Vier Eier seien im Nest gelegen, doch nur noch der Storchenpapa sitze auf der Sirene des Rathauses. „Das bringt jetzt nichts mehr.“ Denn Brüten und Füttern, das gehe nur zu zweit, betont Zenetti.

    Auch Anton Wiedemann, Kastellan von Schloss Höchstädt, sagt: „Ich persönlich gehe davon aus, dass da nichts mehr geht.“ Eigentlich hätten die Tierkinder nämlich schon Anfang Mai schlüpfen sollen. Zwei Eier liegen im Höchstädter Nest, die Eltern sitzen auch noch auf dem Gelege. Doch der Frost im April, so fürchtet Wiedemann, der habe dem Nachwuchs geschadet. Wenn bis nach Pfingsten nichts passiere, dann gebe es wohl heuer keine kleinen Störche auf dem Schloss.

    In Dillingen haben die Störche ihr Nest auf dem Nebengebäude der ehemaligen Brauerei bezogen. Jan Koenen, Sprecher der Stadt, konnte noch keinen Blick auf die Eier erhaschen. Storchenmama oder -papa sitzen auf jeden Fall auf dem Gelege, berichtet er – es besteht also noch Hoffnung.

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