Dass Wolfgang Konle auf dem Podium in der Nordschwabenhalle saß und mit seinen Gegenkandidaten Hildegard Wanner und Stefan Lenz über aktuelle stadtpolitische Themen diskutierte, liegt eigentlich nur an einem Blatt Papier. Vor Jahren verfasste Konle einen Leserbrief an die DZ. Mit diesem Brief habe seine politische Karriere begonnen. Schon damals ging es um die Umgehung der Stadt. Und schon damals sprach sich Konle für eine Umgehung im Norden aus. Das ist noch immer seine Meinung – allein das Vertrauen fehle ihm, das Vertrauen, dass es ungehindert weitergehe. Und das, obwohl Hildegard Wanner, Höchstädts amtierende Bürgermeisterin, am Diskussionsabend verkündete, dass man sich inzwischen auf der „Zielgeraden“ befinde. Für sie habe immer die Verkehrsentlastung der Innenstadt im Fokus gestanden – deswegen sei sie eigentlich auch ursprünglich für eine Südumgehung gewesen – aber das sei nun Schnee von gestern. Die Frage, ob der Lückenschluss als Kommunalstraße weitergebaut werde, stelle sich für die Bürgermeisterin derzeit nicht mehr. Vor allem die Deisenhofener wehren sich gegen die Umfahrung im Norden. Stefan Lenz kann das verstehen, stellte am Diskussionsabend aber auch klar: „Eine Trasse, gegen die niemand etwas einzuwenden hat, wird es nicht geben. Beim Bürgerentscheid hieß es, dass eine Trasse gewünscht ist, und was sollen wir anderes machen, als uns am Wunsch der Bürger zu orientieren?“ Die Innenstadt-Umfahrung war einer der Schwerpunkte, die bei der Podiumsdiskussion der Donau-Zeitung diskutiert wurden. DZ-Redaktionsleiter Peter von Neubeck und die Redakteurinnen Simone Bronnhuber und Martina Bachmann warfen aber noch mehr Fragen auf, die derzeit die Gemüter in Höchstädt bewegen. Dazu zählt auch die Diskussion um das Projekt Zukunft der SSV Höchstädt. Mit der 200000-Euro-Spende von Loni Grünbeck haben sich die Voraussetzungen komplett geändert. Und jetzt? „Wir haben die moralische Verantwortung gegenüber Frau Grünbeck. Es geht bei der SSV nicht nur um den Sport, sondern um eine gesellschaftliche Aufgabe“, sagte Bürgermeisterkandidat Stefan Lenz. Dass das Projekt weitergehen müsse, sagte auch Wolfgang Konle: „Das Projekt hat nur Sinn und Zweck, wenn man es nicht mittendrin abbricht. Ich stelle mich hinter die SSV, sie hat ihre Hausaufgaben gemacht.“ Und eines konnte sich Konle dann nicht verkneifen: Bei der ganzen SSV-Diskussion sei Jakob Kehrle „zum größten Mobbingopfer der Stadt“ geworden.
DZ-Podiumsdiskussion