Großes Treffen auf der Goldbergalm in Lutzingen

Lutzingen Der Bauernverband sucht ehrenamtlichen Nachwuchs. Bei einem Info-Abend auf der Goldbergalm sagte BBV-Kreisgeschäftsführer Eugen Bayer, er befürchte mit Blick auf die im Oktober beginnenden Verbandswahlen in den BBV-Ortsverbänden, dass sich viele Bauern nicht aus der Deckung wagen und für ein Ehrenamt kandidieren würden. Diese Zurückhaltung entspreche aber nicht der Intention des Bauernverbands: „Wir brauchen eure Erfahrungen und Ideen.“
Zum Info-Abend zur Wahl ins Ehrenamt konnte die Vorsitzende der Bayerischen Jungbauernschaft Dillingen, Claudia Böck, auf der Goldbergalm nicht nur rund 30 junge Bäuerinnen und Bauern begrüßen, sondern neben Bayer und Vizekreisobmann Albert Sporer auch Landrat Leo Schrell. Die alle fünf Jahre angesetzten Verbandswahlen seien ein Zeichen, dass „Demokratie im Bauernverband groß geschrieben wird“, sagte Bayer, „Wir leben diese Demokratie schon seit der Gründung des BBV.“
Derzeit sind dem BBV 156000 Mitglieder angeschlossen, davon 1900 allein in den 88 Ortsverbänden im Landkreis Dillingen. Damit wird eine starke Präsenz in der Fläche erreicht, die wiederum Gemeinsinn schaffe, so Bayer. Deshalb dränge der Bauernverband auch die kleinsten Ortsverbände nicht zur Fusion mit anderen Ortsverbänden. Eine Fusion liege ausschließlich im Ermessen der Mitglieder.
Einbindung in die Gesellschaft
Die Akzeptanz und Einbindung der Landwirtschaft in die Gesellschaft sei sehr wichtig. Entsprechend groß sei die Liste möglicher Motive für die Bewerbung um ein Ehrenamt. Dazu zitierte Bayer Aussagen von Orts- und Kreisobleuten: Etwas erreichen wollen, Blick über den Tellerrand, durch den Austausch mit Berufskollegen neue Ideen und Impulse erhalten, Gewinn für die Allgemeinheit, Bäuerin und Bauer aus Leidenschaft, durch Aktivität Bewusstsein schaffen, Freude am Amt und schließlich „messbarer Erfolg für die Bauern in Euro und Cent“. Ein Obmann sah sich gar als „Streetworker“ für die Bauern – ein Gedanke, den Bayer gerne aufgriff: „Unsere BBV-Geschäftsstelle ist die Streetworker-Zentrale für die Bäuerinnen und Bauern.“
Vizekreisobmann Albert Sporer bezeichnete den Bauernverband als einzige Organisation, die wirklich die Interessen der Landwirte vertrete. „Andere Organisationen schlagen sich höchstens mit unseren Interessen herum, weil sie an unsere Flächen kommen wollen.“ Sporer erinnerte an die schwierigen Genehmigungsverfahren für landwirtschaftliche Baumaßnahmen, die zunehmend den Widerstand der Bevölkerung provozieren. „Wir müssen den Menschen bewusst machen, wie wichtig und notwendig eine starke Landwirtschaft für den ländlichen Raum und die gesamte Gesellschaft ist.“ Hier sei es einmal mehr der Bauernverband, der den Menschen durch seine Öffentlichkeitsarbeit ein realistisches Bild der modernen Landwirtschaft vermittle. Für Sporer ist der Bauernverband ein Einheitsverband und eine große Familie, in der die Biogasbauern ebenso wichtig wie die Milchvieh- oder Schweinehalter seien.
Demokratische Interessenvertretung
Landrat Leo Schrell bescheinigte dem Bauernverband eine demokratische Interessenvertretung, die jeder Bäuerin und jedem Bauern die Möglichkeit gebe, sich einzubringen, mitzugestalten und eine Richtung vorzugeben. Eindringlich bat der Landrat die Jungbauernschaft, aus ihren Reihen Bewerber für die Verbandswahlen zu stellen. „Intakte soziale Einheiten, die es vor allem im ländlichen Raum und nicht in den großen Städten gibt, sind ein Wert an sich. Die Stärke der Landwirtschaft ist auch die Stärke des BBV mit seiner demokratischen Struktur.“ Diese Stärke zeige sich schon darin, dass sich unter den 96 Ortschaften im Landkreis Dillingen 88 mit einem BBV-Ortsverband befinden. (pm)
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