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Porträt: Eine Frau unter Schafen

Porträt

Eine Frau unter Schafen

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    Die Schäferin Catrin Kramer aus dem Landkreis Dillingen ist das Jahr immer bei ihrer Herde - wie einst die Hirten bei Bethlehem.
    Die Schäferin Catrin Kramer aus dem Landkreis Dillingen ist das Jahr immer bei ihrer Herde - wie einst die Hirten bei Bethlehem.

    Bächingen Der alte Georg und der Triesdorfer haben heute mal wieder ihren eigenen Kopf. Gemütlich kauend stehen sie im fahlen Licht der Dezembersonne auf der Weide. Der Rest der Herde, die anderen Schafe und die Ziegen, sind bereits weiter gezogen. Dorthin, wo Schäferin Catrin Kramer möchte. Doch die beiden Böcke lässt das völlig kalt. Sie mampfen ungestört weiter. Da hilft alles Locken nichts. Schließlich reicht es der Schäferin. Ein kurzer Befehl, schon schießt Hund Püdi auf den alten Georg und seinen Kumpanen zu. Ein Schachzug, der seine Wirkung tut. Als der Hund heranprescht nehmen die beiden Herren ihre Schafsbeine in die Hände und traben schleunigst zurück zur Herde. Mit den beiden Hunden, Schafpudel Püdi und dem Harzer Fuchs Foxy, wollen sie sich dann doch nicht anlegen.

    Ein paar Meter weiter kommt die Gruppe aus Ziegen und Schafen wieder zum Stillstand. Nur das Kauen der Tiere ist hier draußen auf der Wiese im Bächinger Moos zu hören, das Pfeifen des Windes und das Hecheln der beiden Hunde, die unablässig an der Grenze auf- und abpatroullieren, um den Schafen zu zeigen, wo sie fressen dürfen und wo nicht. Und Catrin Kramer ist zufrieden. Den schwarzen Hut weit ins Gesicht gezogen, mit der Schäferschippe in der Hand, beobachtet sie ihre Herde. So wie sie es die vergangenen Monate täglich getan hat.

    Dass sie einmal Schäferin sein würde, das hätte die Tübingerin niemals gedacht. Denn eigentlich ist die 41-Jährige gelernte Diplomsozialarbeiterin, arbeitete jahrelang mit Haftentlassenen. Doch dann hat sich Catrin Kramer in ihren Schäfer verliebt. „Und heute kümmere ich mich eben nicht mehr um die schwarzen Schafe der Gesellschaft, sondern um die Schafe vom Kramer“, sagt sie lachend. Dabei habe sie früher richtiggehend Angst vor Schafen und vor Hunden gehabt. „Ich war eben ein richtiges Stadtkind. Aber es war gleich klar: einen Schäfer gibt es nicht alleine. Zum Schäfer gehören seine Tiere. Und natürlich ganz viel Arbeit.“

    Ganz langsam und behutsam habe sie ihr Ehemann Reinhard an die Schäferei herangeführt. 2007 dann wagte sie den Schritt und kam nach Bächingen.

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