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Plagiatsvorwürfe: Fall Guttenberg: Lapsus oder Täuschung?

Plagiatsvorwürfe

Fall Guttenberg: Lapsus oder Täuschung?

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    Fall Guttenberg: Lapsus oder Täuschung?
    Fall Guttenberg: Lapsus oder Täuschung?

    Landkreis Es ist das Thema, das gegenwärtig die Republik beschäftigt. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat in seiner Doktorarbeit offenbar an mehreren Stellen massiv abgeschrieben. Der CSU-Politiker räumte Fehler ein, wies den Vorwurf der bewussten Täuschung mit Nachdruck zurück, hat aber die Rückgabe seines Titels inzwischen angeboten.

    Barfuß glaubt nicht an bewusste Täuschung

    Dass zu Guttenberg bewusst getäuscht hat, glaubt Professor Dr. Georg Barfuß nicht. „Die, die gegen ihn sind, haben das Thema hochgespielt, da gibt es viel Neid“, sagt der FDP-Landtagsabgeordnete. „Wenn er das wirklich so gemacht hat, dann hat er oberflächlich gearbeitet. Es ist schade, dass ihm das passiert ist.“ Barfuß selbst hat 2002 zum Thema „Migration und Integration als kommunalpolitische Herausforderung“ im Fach Sozialgeografie an der Universität Augsburg promoviert, bewertet mit magna cum laude, einer Zwei. Noch gut kann er sich an die Zeit erinnern, in der er die Dissertation mit mehr als 200 Seiten schrieb. „Ich habe neben der Arbeit promoviert, bin morgens um sechs aufgestanden und habe vor dem Rathaus geschrieben. Ebenso im Urlaub.“ Auch vor dem Hintergrund dieser Erfahrung hält Barfuß es für möglich, dass zu Guttenberg durch die große Arbeitsbelastung die ein oder andere Quellenangabe vergessen haben könnte.

    Dr. Johannes Strasser, ehemaliger SPD-Landtagsabgeordneter, sieht die Sache allerdings etwas anders. „Es geht hier um Gerechtigkeit. Jede Mutter und jeder Vater würde sich beschweren, wenn das Nachbarkind beim eigenen Kind abschreibt und dann die gleiche Note erhält.“ Die Affäre um zu Guttenberg schade nicht zuletzt dem Wissenschaftsstandort Deutschland, so Strasser, der als Dozent auch selbst zahlreiche Arbeiten von Studenten betreut hat. Dies habe er in einer E-Mail auch dem Präsidenten der Universität Bayreuth mitgeteilt. „Für mich ist es bereits jetzt nach den mir derzeit bekannten Unterlagen und Informationen unerklärlich, wirklich unerklärlich, wie die verantwortlichen Professoren bei der Beurteilung der Dissertation des Freiherrn zu Guttenberg zum Ergebnis summa cum laude kommen können“, heißt es in dem Schreiben. Der Gundelfinger selbst schrieb seine Doktorarbeit zu den „Schwachstellen der Politik“ im Fach Politikwissenschaften an der Universität Augsburg zwischen 2004 und 2006. Ein Mammutprojekt sei das damals für ihn gewesen. „Auch darum kann ich mir nicht vorstellen, wie ein Bundestagsabgeordneter neben seiner Arbeit noch 475 Seiten schreiben kann.“

    Auch der Direktor des Dillinger Amtsgerichts und CSU-Kreistagspolitiker Dr. Johann Popp hat sich mit dem Fall Guttenberg beschäftigt. Er spricht von einer „ziemlich ungewöhnlichen Situation“. „Das, was ich in den Zeitungen gelesen habe, passt für mich nicht mit seinen Äußerungen zusammen“, sagt am Montag der Jurist, der 1985 über den Zivilprozess im Dritten Reich promoviert hatte. Dafür habe er die Zeit zwischen der mündlichen und schriftlichen Prüfung genutzt – rund neun Monate. „Andere sind da auf Weltreise gefahren, ich habe geschrieben. Ich habe in der Zeit nichts anderes gemacht.“ Bewertet wurde die Arbeit mit der Bestnote – summa cum laude. Ebenso wie die des Verteidigungsministers. Was den Fall Guttenberg anbelangt, will Popp aber keine Bewertung abgeben. „Er hat wie jeder andere Anspruch darauf, dass man die Hintergründe aufklärt und zu einer Bewertung kommt.“ Dennoch glaubt der CSU-Kommunalpolitiker, dass die Diskussion dem Ansehen des Verteidigungsministers geschadet hat.

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