Höchstädt Für Bürgermeisterin Hildegard Wanner ist die Sache klar: "Ein JUFA-Gästehaus wäre für Höchstädt eine tolle Sache." Einen geeigneten Platz im alten Internat am Krankenhausberg gebe es auch (wir berichteten). Doch bevor es in die Detailplanung geht, müssen die Räte überzeugt werden. Bei der Stadtratsitzung am Montagabend präsentierte deshalb Thomas Vetter von der Projektentwicklung der JUFA-Häuser in Salzburg die Idee hinter den Unterkünften für Jugendliche und Familien. "Wir wollen Grenzen aufheben und nachhaltigen Tourismus schaffen", so Vetter. Nicht nur Höchstädt, sondern die ganze Region könne davon profitieren. Von simone bronnhuber
Vorbild ist das neue Gästehaus in Nördlingen. Seit September 2007 kommen laut Vetter immer mehr Touristen aus allen Nationen ins Ries. "Bislang gab es heuer 35 000 Übernachtungen in Nördlingen. Die Tendenz ist steigend in diesem Jahr", so der Projektentwickler. In Deutschland gibt es bislang drei solcher Jugend- und Familienhäuser, Höchstädt könnte der vierte Standort sein. "Wir wollen mit den Gästehäusern vor allem soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit für die Region schaffen", sagte Vetter in der Stadtratsitzung. Genutzt werden sollen die Anlagen, die individuell jedem Standort angepasst werden, hauptsächlich von Familien, Vereinen und jungen Familien. Jedes der Gästehäuser hat außerdem ein bestimmtes Thema, meist das, welches in der Region bislang noch nicht ausreichend angeboten wird. Vetter: "Ich könnte mir vorstellen, hier in Höchstädt das Thema Winter im Gästehaus aufzugreifen. Für den Sommer gibt es hier schon sehr viele Möglichkeiten." Konkret gibt es aber noch keine Pläne. Dafür muss der Höchstädter Stadtrat erst abstimmen, ob er eine Studie zur JUFA-Projektentwicklung in Auftrag geben will. Im alten Internat könnten laut Vetter 130 bis 150 Betten Platz finden.
Stadtrat Günter Ballis war am Montagabend von der Idee hellauf begeistert: "Frau Bürgermeisterin, ich muss mich bedanken, dass Sie so einen Fisch an Land gezogen haben. Ich finde es großartig, dass die Gastronomen in Höchstädt keinen Nachteil haben." Laut Vetter locken die Gästehäuser viele neue Touristen an, von denen auch die Gastwirte vor Ort profitieren. Außerdem könne er sich eine Kooperation mit Gastwirten in der Region vorstellen. Entschieden hat der Höchstädter Stadtrat bislang noch nichts. Dennoch will Bürgermeisterin Wanner das Projekt antreiben: "In der nächsten Sitzung stimmen wir ab, ob wir diese Studie in Auftrag geben oder nicht." » Seite 32
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