Bereits beim Eröffnungsstück "Festival Overture" war dem Publikum klar, dass Dirigent Uwe Kaipf die über 40 Musiker in den vergangenen zehn Wochen bestens auf diesen Abend vorbereitet hatte. Mit ruhiger Hand führte er das Orchester und entlockte eine breite Palette an Klangfarben und Dynamik.
Im Gegensatz zum heroischen Eröffnungsstück stand danach die Melodienfolge "Russisches Tagebuch". Ein erster Taschentuchalarm wurde im Anschluss ausgerufen - bei "The rose". Kein Wunder, denn die beiden Solisten Stefan Grüner und Horst Kaipf verstanden es, durch ihren warmen Klang der Trompeten Gänsehautfeeling zu erzeugen. Temperamentvoller war danach die "Juliska aus Budapest". Großes Highlight als Abschluss des ersten Konzertteils war dann die "New York Overtüre" von Kees Vlak, bei der die Musiker vor eine große Aufgabe gestellt wurden - sie aber souverän meisterten. Mit viel Engagement wurden die verschiedenen Tempi und Stilrichtungen interpretiert und umgesetzt.
Tolle Nachwuchsarbeit trägt weiter Früchte
Traditionell ging es nach der Pause mit der Jugendkapelle des Musikvereins weiter. Die tolle Nachwuchsarbeit trägt auch hier weiter Früchte, denn mit der Integration von weiteren sieben Nachwuchsmusikern standen 25 Jungmusiker auf der Bühne. In Anlehnung an die "New York Overtüre" aus dem ersten Konzertteil eröffnete der Nachwuchs mit Auszügen aus der "West Side Story". Und der Nachwuchs stand seinen großen Vorbildern in puncto Spielfreude und Klangvielfalt in nichts nach. Robbie Williams "Angels" erklang - eines der schönsten Lieder des großen Entertainers. Zum Abschluss begeisterte die Jugendkapelle mit ihrem schönen, ausgewogenen Spiel bei Michael Jacksons Hit "Heal the world". Kein Wunder, dass die Jüngsten nicht ohne Zugabe von der Bühne entlassen wurden, was mit "Meet the Flintstones" auch gerne getan wurde.
Im letzten Konzertteil gab es zunächst den Klassiker "Rudolph, the rednose reindeer" zu hören. Kindheitserinnerungen wurden bei vielen wach, als im Anschluss die Titelmelodie aus den Winnetou-Filmen erklang. Eine gefühlvolle Interpretation sorgte für tollen Sound. Einen gebührenden Schlusspunkt setzen die Musiker mit "Fuego de la danza".
Spanisches Temperament und feurige Kastagnetten sollten die Herzen der Zuhörer noch einmal entflammen, bevor es wieder hinaus in die bitterkalte Nachtluft gehen sollte. Dort wollte wohl keiner hin, denn nach der ersten Zugabe, dem "Deutschmeister Regimentsmarsch", sollten noch zwei weitere Folgen.
Mit der Polka "Wir Musikanten" und "Feliz Navidad" fand ein gelungener Konzertabend ein gebührendes Ende. (pm)