Haunsheim Von außen hat die Haunsheimer Grundschule in den vergangenen Monaten bereits ein komplett neues Gesicht erhalten. Neue Fenster, neue Fassade, eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach. Doch damit ist die Generalsanierung des Gebäudes noch lange nicht abgeschlossen.
Derzeit, so Bürgermeister Dieter Ott beim Gespräch in der Redaktion der Donau-Zeitung, laufe die Innensanierung auf Hochtouren. Umgebaut werden momentan die sanitären Anlagen und die Nebenräume, im Anschluss sollen dann die Klassenzimmer saniert werden. Spätestens bis zum Beginn des nächsten Schuljahres soll dann alles fertig sein.
Die Sanierung der Grundschule, sie ist für die kleine Gemeinde finanziell in diesem Jahr der größte Brocken. 1,1 Millionen Euro sind dafür im Vermögenshaushalt reserviert, rund 350000 Euro wurden bereits im vergangenen Jahr verbaut. Viel Geld für eine Gemeinde wie Haunsheim, deren Einnahmen aufgrund des geringen Anteils an Gewerbe relativ überschaubar sind und deren Ausgaben angesichts steigender Energiepreise immer größer werden. Gerade einmal 180000 Euro, so die Berechnung, kann die Kommune in diesem Jahr dem Vermögenshaushalt zuführen.
Eine Kreditaufnahme ist nicht geplant
Nach Abzug der Tilgung blieben da noch 80000 Euro für Investitionen, sagt Ott. „Das ist nicht berauschend.“ Doch bei einem Blick in den Etat für 2012, den der Gemeinderat kürzlich einstimmig beschlossen hat, fällt auf – eine Kreditaufnahme ist in diesem Jahr nicht geplant. Dafür muss allerdings der Schulverband, den die Gemeinde gemeinsam mit Bachhagel hat und über den die Maßnahme finanziert wird, 900000 Euro aufnehmen.
Da man aber runde 600000 Euro für einen Zinssatz von null Prozent bekommen habe und weil durch die Sanierung Energie einspart werden kann, hielten sich die Mehrkosten bei der Schulverbandsumlage für die Gemeinde im Rahmen. Ott geht davon aus, dass sie für Haunsheim bei jährlich 10000 Euro liegen. „Dafür haben wir dann auch eine topmodern ausgestattete Schule.“ Neben der Schule stehen für 2012 noch zwei große Investitionen an. 220000 Euro sind für die Erschließung des Baugebietes Obere Schanz veranschlagt, 350000 Euro für die Erschließung des Baugebietes Juraweg, die ursprünglich bereits im vergangenen Jahr hätte angegangen werden sollen. „Dort haben wir bereits die Hälfte des Grundes verkauft, das muss jetzt erschlossen werden“, sagt Ott.
Bei beiden Projekten würden die Erschließungskosten durch den Verkauf von Grundstücken finanziert. Um jedoch alle Aufgaben der Gemeinde stemmen zu können, muss Haunsheim in diesem Jahr trotzdem 60000 Euro aus den Rücklagen entnehmen, die damit auf 155000 Euro schrumpfen. Die Schulden werden bis zum Jahresende voraussichtlich um 100000 Euro auf 1,3 Millionen Euro schrumpfen. Eine Entwicklung, mit der der Rathauschef zufrieden ist. „Wir haben die vergangenen Jahre eine halbe Million Euro abgebaut, trotz der großen Investitionen, die wir hatten.“