Schließlich wurden zwei der wichtigsten Projekte, die im Jahr 2010 angepackt wurden, nur durch das Konjunkturpaket möglich - die Sanierung des Rathauses und der Baubeginn bei der B 492. 2012 sollen auf ihr die Autos fahren und damit Medlingen entlasten. Für diese Zeit hat die Gemeinde bereits die Weichen gestellt. "Ein Radweg nach Brenz wäre wünschenswert, weil die Straße sehr gefährlich ist." "Wann das Ganze aber realisiert werden kann, ist nicht absehbar. Das ist abhängig von den Geldern und Zuschüssen, die es dafür gibt", so Taglang.
Ebenso wenig absehbar sei, wann das kleine Teilstück bei Hermaringen in Angriff genommen wird. 2011 soll es das Planfeststellungsverfahren für das letzte Nadelöhr geben. In Sachen Rathaus hingegen zeichnet sich bereits ein Ende der Arbeiten ab. Derzeit würden noch Fliesen verlegt und Türen gesetzt. Eine der Wohnungen soll bereits Mitte Dezember bezogen werden, die Gemeinde plant ihren Umzug für Januar. Dann geht es an die Außenanlagen.
Knapp 700 000 Euro hat die Sanierung des Gebäudes im Herzen des Ortes gekostet. Dafür floss ein Zuschuss von 135 000 Euro für die energetische Sanierung. Einen satten Zuschuss gab es auch für den DSL-Ausbau in Medlingen. Mit 100 000 Euro aus dem Förderprogramm startete die Gemeinde im Mai in eine andere digitale Dimension. Langfristig müsse es aber das Ziel sein, Glasfaserkabel zu bekommen, so Taglang. Windräder wollen die Räte dagegen nicht im Ort haben. Eine Anfrage zum Bau von neun Anlagen im Medlinger Wald lehnte der Gemeinderat zwei Mal einstimmig ab. Er betonte, dass Medlingen in puncto regenerative Energie trotzdem weit voraus sei.
Noch 140 000 Euro Kredite
Mit den Fotovoltaikanlagen und der Biogasanlage, die am Ortsrand von Untermedlingen entstehen soll, könnten zwischen 60 und 80 Prozent des Strombedarfs des Ortes erzeugt werden. Trotz der großen Investition mit der Sanierung des Rathauses konnte Taglang den rund 60 Bürgern eine gute Haushaltslage präsentieren. Noch habe man einen Schuldenstand von knapp 140 000 Euro. "Aber wir wollen bald in der glücklichen Lage sein, ganz schuldenfrei zu sein." (gau)