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Mehr als 142 000 AOK-Versicherte in der Region

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Mehr als 142 000 AOK-Versicherte in der Region

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    Die AOK freut sich über Mitgliederzuwachs. Auf dem Foto von links: Personalratsvorsitzender Ulrich Hofstetter, Vorstandsvorsitzender Dr. Helmut Platzer und AOK-Direktor Hermann Hillenbrand. Foto: AOK
    Die AOK freut sich über Mitgliederzuwachs. Auf dem Foto von links: Personalratsvorsitzender Ulrich Hofstetter, Vorstandsvorsitzender Dr. Helmut Platzer und AOK-Direktor Hermann Hillenbrand. Foto: AOK Foto: AOK

    Platzer lieferte der Belegschaft in Günzburg Informationen zum Gesundheitswesen aus erster Hand. Die AOK Bayern und insbesondere die Direktion Günzburg sieht der Vorstandsvorsitzende trotz der gesundheitspolitisch angespannten Situation hervorragend aufgestellt. Schon Ende August habe die AOK Bayern ihr 100 000stes Neu-Mitglied in diesem Jahr begrüßt. Und vor Ort sei die AOK-Direktion Günzburg ebenfalls auf der Erfolgsspur. Hillenbrand sagte, dass man mit den 4700 neuen Mitgliedern bis Ende Oktober "über dem Niveau des Rekordjahres 2009" liege. Die aktuellste Kundenzufriedenheitsmessung bescheinige der Günzburger AOK die Gesamtnote 2,03. Damit gehöre sie sowohl innerhalb der AOK-Familie zu den Beliebtesten und platziere sich auch deutlich vor den Wettbewerbern.

    Mit Sorge blickte Dr. Platzer auf die verabschiedeten Gesundheitsreformen sowie den Ausgabenbereich. Positiv sei die im Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) beschlossene schnellere Nutzenbewertung von neuen Medikamenten. Die Patienten würden davon profitieren, dass der Preis eines neuen Arzneimittels künftig an dessen therapeutischen Nutzen gekoppelt würde. Auch die finanzielle Beteiligung von Pharmaunternehmen, Medikamenten-Großhändlern und Apotheken an den steigenden Kosten des Gesundheitswesens begrüßte Platzer. Deutliche Kritik übte er jedoch an den kartellrechtlichen Regelungen im AMNOG. Die AOK befürchtet laut Pressemitteilung, dass die Pharmaindustrie jetzt noch massiver versuchen werde, bestehende und neue Arzneimittelrabattverträge zu blockieren. Das GKV-Finanzierungsgesetz (GKV-FinG) stufte Platzer als Notoperation ein, die Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sei damit nicht nachhaltig sichergestellt. "Trotz der Anhebung des allgemeinen Beitragssatzes ab 1. Januar des kommenden Jahres besteht noch immer eine Finanzierungslücke von rund drei Milliarden Euro," rechnete der AOK-Manager vor.

    Er bezweifelte, dass diese Lücke über Einsparungen kompensiert werden könne. Um mit den Zahnärzten eine Einigung bei den offenen Honorarfragen herbeizuführen, habe die AOK Bayern die Schiedsstelle angerufen. Platzer rechnet mit einer baldigen Entscheidung. Bis dahin empfiehlt er Kunden, die Termine wie vereinbart wahrzunehmen, und forderte die Zahnärzteschaft auf, ihrer Behandlungspflicht uneingeschränkt nachzukommen und nicht ihre Patienten zu belasten und zu verunsichern. Laut Platzer arbeiten jedoch fast alle Zahnarztpraxen wie immer, sodass es für die Patienten keine nennenswerte Einschränkungen gebe. "Die Beziehungen zu den Zahnärzten vor Ort sind gefestigt. Erfreulicherweise sind uns nur wenige Beschwerden gemeldet worden," beschreibt Hillenbrand die Situation in der Region. Der Sprecher der Zahnärzte im Kreis Günzburg, Dr. Arist Thormeyer, wundert sich über den Standpunkt der AOK. Die Kasse habe pro Mitglied zu wenig Geld für die Behandlung bei Zahnärzten eingeplant. Das Budget, das die Kassen der Kassenzahnärztlichen Vereinigung zur Verfügung stellen, sei bereits im Oktober ausgeschöpft gewesen, sagt Dr. Thormeyer. Es seien aber nur Behandlungen, die medizinisch nicht sofort notwendig waren, auf den Jahresbeginn 2011 verschoben worden. "Bei einer dicken Backe wird der Patient ohne Wenn und Aber sofort behandelt", sagt der Günzburger Zahnarzt.

    Die AOK Günzburg weist auf Anfrage darauf hin, dass der Bundesdurchschnitt der gesetzlichen Krankenversicherungen für konservierende chirurgische Behandlungen bei 121,50 Euro pro Mitglied gelegen habe. Die AOK bezahle 131,04 Euro.

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