Seit Juni dieses Jahres ist die Grabungs-Expertin in Höchstädt und rettet antike Schätze aus dem Garten des alten Pfarrhofes, bevor der nebenstehende "neue" Pfarrhof aus den 70er Jahren abgerissen wird und dort der neue "Don Bosco"-Kindergarten entstehen soll (wir berichteten). Der Abriss ist allerdings schon zwei Mal verschoben worden - was mitunter an den archäologischen Ausgrabungen lag, wie Höchstädts Bürgermeisterin Hildegard Wanner gegenüber unserer Zeitung sagt: "Am liebsten wäre es uns natürlich gewesen, die Abrissarbeiten hätten in den Ferien stattgefunden. Aber weil das Wetter einfach so schlecht war, haben sich die Ausgrabungen verzögert und somit auch der Abriss." Erst wenn Ines Gerhard und ihr Team fertig sind, rollen die Bagger. Die Ausräumarbeiten im Gebäude sollen demnach am 15. September starten, der endgültige Abriss am 20. September. Und das muss auch klappen, wie Wanner sagt. Denn: Spätestens zum nächsten Kindergartenjahr soll schon im Neubau gespielt und getobt werden. Wanner erklärt: "Es muss jetzt alles recht schnell gehen. Der Neubau wird nämlich unter anderem mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket finanziert." Bis 30. September 2011 muss die Stadt Höchstädt beim Bund den Verwendungszweck darstellen, dann fließen die Fördermittel.
Höchstädt war verpflichtet die Ausgrabungen vornehmen zu lassen, was Wanner "nicht so gefällt". Sie sagt: "Wir mussten den Boden untersuchen lassen, weil das Gebäude in der Altstadt liegt. Obwohl wir keinen Keller, sondern nur darauf bauen." Genauso ist die Stadt auch verpflichtet die Kosten für die Ausgrabungen zu übernehmen, die laut Wanner nicht niedrig ausfallen werden. Sie schätzt den Kostenaufwand auf rund 30 000 Euro.
Ines Gerhard sichert derzeit noch über 8000 Scherben, die wie alle anderen Fundstücke gesäubert, eingetütet und beschriftet werden müssen. Die Funde kommen dann zum Landesamt für Denkmalschutz, Besitzer ist die Stadt Höchstädt.