Baustopp für Abstellraum im Außenbereich des neuen Bissinger Rathauses erteilt Von Simone Bronnhuber

Bissingen Sieben Meter lang und 3,5 Meter breit: Das sind die Maße des Schuppens, der vor ein paar Wochen in Bissingen im Außengelände des neuen Rathauses erbaut wurde. Dort werden die Wärmepumpe sowie Mülltonnen untergestellt. Doch dieser Bau gefällt nicht allen Bissingern. Vor Kurzem kam deshalb ein Kontrolleur des Landratsamtes nach Bissingen und überprüfte den Bau. Die Arbeiten mussten daraufhin eingestellt werden. „Wir haben einen Anruf bekommen, dass wir mal nachschauen sollen, ob dort alles mit rechten Dingen zugeht, und das haben wir gemacht“, sagte Christa Marx vom Landratsamt. Es habe sich herausgestellt, dass der Bau nicht mit dem genehmigten Plan, der der Behörde vorlag, übereinstimmte. „Daraufhin wurde vor Ort ein mündlicher Baustopp ausgesprochen und wir warten nun auf den neuen Plan“, so Marx. Dann werde geprüft, ob der Schuppen so genehmigt werden könne. „Im Extremfall kann das auch den Abriss bedeuten. Aber davon gehen wir momentan nicht aus“, sagte Marx.
Architekt Wolfgang Obel vom gleichnamigen Büro in Donauwörth ist für den Bau verantwortlich. Er plant für die Marktgemeinde Bissingen die städtebauliche Neuordnung, ebenso das neue Rathaus. Er sagte: „Ich muss einfach zugeben, dass dieser Fehler auf meinem Mist gewachsen ist. Ich habe vergessen, den neuen Tekturplan einzureichen.“ Der erste Plan wurde vom Landratsamt genehmigt, sah aber vor, dass der in den Hang gebaute Schuppen einige Meter weiter unten gebaut werden sollte.
Bei den Ausgrabungen Ende September dieses Jahres wurden aber ein Turmstumpf sowie Reste eines Torwarthauses aus der Schertlin-Zeit gefunden (wir berichteten). „Deshalb mussten wir ein bisschen weiter nach oben bauen“, so Obel. In der Eile habe er nicht daran gedacht, den neuen Tekturplan beim Landratsamt rechtzeitig einzureichen. „Ich hole das nun natürlich so schnell wie möglich nach.“ Der Verschlag grenzt knapp an das Grundstück der Kirchengemeinde an, ein Teil davon gehört ihr sogar.
Laut Christa Marx liegen auch noch keine Unterschriften der Nachbarn – in diesem Fall von der Kirche und dem Schlossherrn – vor. „Ich denke nicht, dass Belange der Nachbarn betroffen sind, aber man muss sich zusammensetzen“, so Obel. Noch diese Woche soll dies geschehen, wie auch Bissingens Pfarrer Gerhard Krammer gestern bestätigte. „Daher kann ich auch noch nicht mehr dazu sagen. Außerdem braucht nicht jeder Bau die Unterschriften der Nachbarn.“ Und wenn es genehmigt werde, stehe es außer Frage, ob ihm der Schuppen gefalle oder nicht.
Sichtbar soll laut Architekt Obel künftig nur noch ein Meter sein, der Rest wird aufgeschüttet. „Das ergibt ein ganz anderes Bild, alles wird neu bepflanzt. Das ist für alle Beteiligten ein neuer Hingucker.“ Auch Bürgermeister Michael Holzinger sagte auf Anfrage der DZ: „Bis spätestens nächstes Jahr muss das fertig sein, wir wollen ja nicht im Dreck laufen.“
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