Von Katharina Gaugenrieder
Zöschingen Jetzt soll alles ganz schnell gehen. Erst vor wenigen Tagen ist die Gemeinde Zöschingen mit ihrer Beschwerde gegen den angeordneten Sofortvollzug in Sachen Windräder gescheitert. Damit ist klar: es kann gebaut werden. Doch über die übergeordnete Klage der Gemeinde gegen das Projekt ist noch nicht entschieden. Für Antragsteller Georg Honold ist diese Entscheidung dennoch der lang erwartete Startschuss: „Wir fangen jetzt an. Die Windräder sind bestellt“, erklärte er am Mittwochabend auf der Informationsveranstaltung der Raiffeisen-Volksbank in der Zöschinger Gemeindehalle. In den kommenden Wochen und Monaten sollen die Standorte der einzelnen Anlagen vorbereitet, Bäume gerodet, Fundamente gegossen werden. Mit der Montage soll dann im Oktober begonnen werden. Wenn alles nach Plan laufe, würden sich Ende des Jahres im Wald bei Zöschingen zehn Windräder drehen, sagt Honold. Für insgesamt acht Stück, so Jürgen Ganz von der Firma VenSol aus Babenhausen, gebe es schon Investoren. Eines oder sogar zwei davon will die Raiffeisen-Volksbank Dillingen mit einer eigenen Genossenschaft übernehmen.
Gemeinsam mit der Raiffeisenbank Aschberg und der Raiffeisenbank Bissingen will sie eine Bürgerwind-Energiegenossenschaft auf die Beine stellen. Wie genau das Modell aussehen soll, das erklärte Vorstand Alexander Jall. Vier Millionen Euro kostet eines der Windräder. Der Finanzierungsplan sieht vor, dass es zu circa 50 Prozent aus Eigenkapital und zu 50 Prozent aus Fremdkapital finanziert werden soll. Derzeit so Jall, sei geplant, dass die Mindestbeteiligung bei 5000 Euro liege. 2500 Euro davon in Geschäftsanteilen, der Rest als Darlehen. Durch diese Aufteilung werde das Modell zum einen steuerlich attraktiver, zum anderen könne man so von Beginn eine Ausschüttung zahlen.
Basierend auf drei Gutachten rechne man mit einer Jahresleistung der Anlage von 4,8 Millionen Kilowattstunden, durch einen Vollwartungsvertrag solle die Verfügbarkeit der Anlage mit 97 Prozent garantiert werden. Über eine Laufzeit von zwanzig Jahren ergäbe sich damit vor Steuern im Normalfall eine errechnete Rendite von circa fünf Prozent oder eine Gesamtausschüttung von 201,8 Prozent. Ein Raunen geht durch den voll besetzten Saal, der vor Beginn der Veranstaltung aufgrund des großen Andrangs noch weiter aufgestuhlt werden musste. „Da kannst du das Geld in 20 Jahren verdoppeln“, flüstert einer der Besucher seinem Nachbarn zu.
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