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Gartner Extrusion: Sie geben Metallen eine schützende Haut

Gartner Extrusion

Sie geben Metallen eine schützende Haut

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    Fabian Gräßle beim Kontaktieren der Aluminiumprofile.
    Fabian Gräßle beim Kontaktieren der Aluminiumprofile.

    Gundelfingen Mehr als 100 Bewerbungen trudeln in jedem Jahr bei Gartner Extrusion in Gundelfingen ein. Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz zum Mechatroniker, zum Industriekaufmann oder zum Maschinen- und Anlagenführer. Doch die Zahl der jungen Menschen, die sich für eine Ausbildung zum Oberflächenbeschichter interessieren, die könne man jedes Mal an einer Hand abzählen, sagt Personalleiterin Ingrid Steidle beim Besuch von Norbert Gehring, Ulrich Schneid und Dieter Rill von der Agentur für Arbeit zum Tag der Ausbildung. „Das ist einfach ein seltener Beruf und der ist ziemlich unbekannt.“

    Dabei, sagt Ausbildungsleiter Lorenz Lenzer, sei dieser Beruf sehr abwechslungsreich und interessant. Die Ausbildungsinhalte umfassen die Beschichtung von Metallen und Kunststoffen, das manuelle und maschinelle Bearbeiten von Metall, das Ansetzen und die Wartung von Prozessbädern, die Analyse von Proben im Labor. „Oberflächenbeschichter sorgen für dekorative, korrosionsfreie oder glänzende Oberflächen auf Metallen“, sagt Lenzer. Ob in der Elektrotechnik, wo Stecker für bessere Leitfähigkeit vergoldet und Handyplatinen versehen werden müssen, oder in der Industrie, wo wie bei Gartner Extrusion Fassadenprofile mit einem Korrosionsschutz beschichtet werden.

    Seit 2005 bildet Gartner Extrusion in Gundelfingen den Beruf aus. Alle zwei Jahre werden zwei neue künftige Oberflächenbeschichter eingestellt, die dann im Unternehmen die dreijährige Ausbildung durchlaufen. Derzeit befinden sich bei dem Gundelfinger Unternehmen Sabrina Sutner und Fabian Gräßle im ersten Ausbildungsjahr. Zur Berufsschule müssen die beiden jedes Mal bis nach Nürnberg fahren. Denn weil in ganz Bayern pro Jahrgang nur rund 40 Personen in diesem Beruf ausgebildet werden, gibt es für die Oberflächenbeschichter nur einen einzigen Berufsschulstandort. Doch damit nicht genug – damit die Auszubildenden auch alle Bereiche des breiten Spektrums ihres Berufes kennenlernen können, hat Gartner Extrusion Kooperationen mit Firmen in Schwäbisch-Gmünd und in Augsburg. „Sie schicken ihre Auszubildenden für einige Zeit zu uns und anders herum“, erklärt Herbert Breunig, der bei Gartner Extrusion für die Ausbildung der Oberflächenbeschichter zuständig ist.

    Eigentlich, erklärt die 18-jährige Sabrina Sutner, habe sie sich bei Gartner Extrusion ursprünglich für einen Ausbildungsplatz als Mechatronikerin beworben. Mittlerweile sei sie aber froh, dass sie sich schließlich doch für Oberflächenbeschichterin entschieden hat. Auch, wenn der Beruf definitiv nichts für Zartbesaitete sei. „Da sind auch manchmal große, schwere Teile dabei, da muss man auch zupacken können.“

    Damit sich künftig noch mehr Bewerber für den Nischenberuf interessieren, hat Gartner Extrusion auch eine Kooperation mit der Mittelschule Gundelfingen gestartet. Im Chemieunterricht geben die aktuellen Auszubildenden den Schülern der 7. Klasse dabei einen Einblick in ihre Arbeit. Am Anfang, sagt Sabrina Sutner, sei es schon ein bisschen komisch gewesen, vor einer Klasse zu stehen – doch einige Schüler seien mit Begeisterung dabei gewesen. Begeisterung für den Beruf – das ist das Ziel, das die Firma mit diesem Projekt verfolgt. „In den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren gehen viele Mitarbeiter in Rente. Da gilt es, die Fachkräfte zu ersetzen“, sagt Ingrid Steidle.

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