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Schüleraustausch: Spenden für die Erdbebenopfer

Schüleraustausch

Spenden für die Erdbebenopfer

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    Italienische Austauschschüler aus der Erdbebenregion Bondeno sind zurzeit in Dillingen. Viele Häuser in ihrer Heimat sind zerstört. Die betroffenen Familien brauchen finanzielle Unterstützung.
    Italienische Austauschschüler aus der Erdbebenregion Bondeno sind zurzeit in Dillingen. Viele Häuser in ihrer Heimat sind zerstört. Die betroffenen Familien brauchen finanzielle Unterstützung. Foto: Stadt/Koenen

    Dillingen Dillingens Partnerstadt Bondeno wurde vergangenen Sonntag von einem schweren Erdbeben erschüttert. Den Schülerinnen und Schülern aus der norditalienischen Stadt, die Montag dennoch zum lange geplanten Schüleraustausch nach Dillingen aufgebrochen sind, hängt dieses Ereignis immer noch spürbar nach. Dies wurde beim offiziellen Empfang im Dillinger Rathaus deutlich. Dennoch sind die italienischen Gäste und insbesondere deren Eltern froh, dass die Kinder in diesen schweren Stunden einen möglichst unbeschwerten Aufenthalt am Dillinger Johann-Michael-Sailer-Gymnasium verbringen können.

    Die 16-jährige Nicla Fornasari berichtete: „Es war sehr erschreckend, wir sind mitten in der Nacht aufgewacht, alles war dunkel, kein Strom mehr.“ Das Beben dauerte bis Sonntagnachmittag. Häuser seien zerstört, alle Möbel kaputt. Nic-la: „Das ist das schrecklichste Ereignis, das ich je erlebt habe.“

    Sebastiano Grenzi (17) schilderte die Ereignisse von Samstagnacht: „Wir sind um 4 Uhr morgens aufgewacht und wie von der Tarantel gestochen sind alle aus dem Haus raus. Das Haus hat gewackelt. Wir sind zwei Stunden draußen geblieben, dann wieder rein, dann erneutes Beben, alle wieder raus.“ Das Ganze habe bis 9 Uhr gedauert, dann hätten sie alle im Auto geschlafen. Sebastiano spricht von einer schrecklichen Erfahrung. Noch jetzt habe er Furcht.

    Sara Cornacchini (16) ist um 1.30 Uhr zum ersten Mal aufgewacht wegen eines Grollens. Sie packte ihre sechsjährige Schwester und ging ins Freie. Da fielen die Ziegel von den Dächern. Am Morgen versuchte die Familie alles aufzuräumen, und schlief im Kleinbus, mit Oma und Onkel und dem total verschreckten Hund. Die Schülerin wohnt in Pilastri, das am meisten beschädigt ist. Die Kirche ist kaputt.

    Alle Schulen in der Umgebung sind bis Montag geschlossen. Schüler, die letztes Jahr in Dillingen beim Austausch waren, sind als freiwillige Helfer eingesetzt, Bedarf bestünde vor allem an Maurern, wenn man helfen möchte, ansonsten ist finanzielle Hilfe notwendig.

    Dritter Bürgermeister Walter Fuchsluger begrüßte die 17-köpfige Gruppe am Mittwoch im großen Sitzungssaal. Neben dem Organisator des Austauschs, Bernd Hitzler vom Sailer-Gymnasium, und seiner Kollegin Carola Eppinger waren auch die italienischen Begleiter Angela Guidorzi und Don Andrea Pesci erschienen. Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte der Stadt schilderten die jungen Italiener ihre Erfahrungen aus der Nacht des Erdbebens. „Ein ganz schlimmes Ereignis“ war es, da sind sich die Schüler einig, „die Menschen in der Stadt haben noch immer Angst, in ihre Häuser zurückzukehren.“

    Ein Mann starb in dieser Nacht beim Einsturz einer Halle im Industriegebiet. Etwa 500 Gebäude in Bondeno – darunter auch die historische Kirche – wurden beim „Terremoto“ beschädigt. Weit schlimmer noch als in der Stadt sind die Schäden im Umland.

    In Dillingen ist die Bereitschaft, der Partnerstadt zu helfen, groß. Aus diesem Grund werden derzeit auch zwei Benefizkonzerte zugunsten von Bondeno organisiert, die am 19. und 20. Juni im Stadtsaal stattfinden sollen und in Zusammenarbeit von Johann-Michael-Sailer-Gymnasium und Bonaventura-Gymnasium auf die Beine gestellt werden.

    Laut Jan Koenen von der Stadtverwaltung haben bisher außerdem der Lions-Club Dillingen, das Bayerische Rote Kreuz und das Technische Hilfswerk Unterstützung zugesichert. Wie die Stadt Bondeno mitgeteilt hat, ist der Bedarf an Sachspenden laut bisherigem Kenntnisstand eher gering – viele Familien benötigten jedoch finanzielle Unterstützung beim Wiederaufbau ihrer Häuser, die durch das Erdbeben unbewohnbar geworden sind.

    Spenden für die betroffenen Bürger in Bondeno sind sowohl bei den Spendenveranstaltungen als auch bereits jetzt – per Überweisung –möglich. Das Geld wird zunächst auf den Konten der Stadt Dillingen gesammelt (siehe Info) und dann bei einem Besuch in Bondeno - voraussichtlich Ende Juni – eins zu eins an die am meisten betroffenen Familien übergeben. (vN, pm)

    Weitere interessierte Unterstützer sind herzlich dazu aufgerufen, sich bei der Stadt Dillingen zu melden, Büro des Oberbürgermeisters Email: ob-buero@dillingen-donau.de oder unter Telefon 54-100

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