Dillingen Zeitgleich mit vielen anderen Demonstranten in ganz Deutschland trafen sich am vergangenen Montag rund 120 Menschen in der Königstraße, um für den Ausstieg aus der Kernenergie zu plädieren. Organisiert hatte die Mahnwache das Forum. Vorstandsmitglied Ulrike Brenner erklärt ihre Beweggründe: „Die Geschehnisse in Japan müssen uns ermahnen, dass wir aus dieser Energieform rausmüssen.“ Schließlich habe niemand gedacht, dass in einem hochtechnologisierten Land wie Japan so etwas passiere. Darum könne es auch bei uns zu einer Katastrophe kommen, meint Ulrike Brenner.
Rund 120 Atomgegner hatten sich vor dem Rathaus versammelt. Ulrike Brenner, die selber aus Holzheim kommt, ist damit ganz zufrieden: „Man kann nie wissen, wie viele wirklich kommen, aber ich sehe hier nur Fremde, die nichts mit dem Verein zu tun haben. Ich hoffe, dass Dillingen nun aufwacht.“
Diesen Gedanken hatte auch Michaela Mair aus Lauingen. Sie ist schon seit über 30 Jahren eine ganz entschiedene Gegnerin der Atomkraft: „Eigentlich wollten wir zunächst nach Augsburg gehen, aber dann haben wir uns gedacht, dass es besser ist, nach Dillingen zu kommen, damit hier auch ein paar Leute sind.“ Denn sie will andere für diese Problematik sensibilisieren: „Es ist jetzt wieder Zeit, um darauf aufmerksam zu machen.“ Mair hofft, dass Deutschland in Zukunft als Vorbild vorangeht und sämtliche Kernkraftwerke abschaltet: „Ich glaube, dass Deutschland viel bewirken kann.“
Durch Katastrophe darauf aufmerksam geworden
Ein Neuling im Lager der Atomgegner ist dagegen Julia Willer aus Mödingen. „Ich bin durch die Katastrophe darauf aufmerksam geworden.“ Eine Bekannte habe sie über die Risiken der Kernenergie aufgeklärt. Besagte Bekannte steht daneben und fügt hinzu: „Jeder mit gesundem Menschenverstand muss dagegen sein.“
So denken auch die Veranstalter. Jeden Montag wollen sie sich nun treffen und bis zum Ostermontag tausend Kraniche aus Origamipapier basteln. Forum-Mitarbeiterin Monika Hitzler aus Kicklingen erzählt die Geschichte von einem Mädchen, das in der Folge von Hiroshima an Leukämie erkrankte und im Krankenhaus tausend Kraniche bastelte, weil ihr eine Freundin erzählt hatte, dass das Glück bringt. Zwar sei das kleine Mädchen gestorben, doch bis heute hängen die Menschen Kraniche an das Kinder-Friedensdenkmal in Hiroshima. „Auch unsere Kraniche werden dort hängen“, so Hitzler.