Vortrag von Dr. Georg Simnacher im Haunsheimer Schloss


Haunsheim „Gedanken zur Schwäbischen Volksmusik“, zu diesem Thema waren bei der Familie von Hauch auf Schloss Haunsheim Dr. Georg Simnacher, die Hürbener Holzbläser, die Saitenmusik Kronwitter und 80 Liebhaber der Volksmusik zu Gast. Auf die Entwicklung der Volksmusik, aber auch auf die Zukunft des Kulturgutes „Volksmusik“ ging der frühere Bezirkstagspräsident Dr. Simnacher ein. War die Volksmusikpflege in der Vergangenheit überwiegend auf deren Erhaltung ausgerichtet, sei diese jetzt auch beauftragt, jene Freiräume zu schaffen, in denen sich neue Ideen entfalten könnten. Die Diskussion um die „Neue Volksmusik/Tradmix“ habe sich in den letzten Jahren verstärkt. Die jüngeren Entwicklungen würden zurzeit von einer traditionalistischen, organisierten Volksmusik-Clique massiv bekämpft. Volksmusik könne für sich beanspruchen, weltweit verstanden zu werden, auch wenn man die Sprache nicht verstehe. Die Schwäbische Volksmusik sei wegen deren geografischen und gesellschaftlichen Durchlässigkeit attraktiv. Dies ergebe sich aus der Geschichte Schwabens mit seinen vielen dezentralen und kulturellen Schwerpunkten.
Saitenmusik Kronwitter und Hürbener Holzbläser
Die Saitenmusik Kronwitter mit Christine Strehle (Harfe), Christl Decker (Gitarre), Gabi Kronwitter (Hackbrett), Rainer Mayer (Kontrabass) und Manfred Kronwitter (Zither) brachten vor allem gelebte Volksmusik mit Polka, Schottisch, Swing-Polka, Walzer sowie Wildkatza-Boarischer gekonnt zu Gehör.
Die Hürbener Holzbläser mit Dagmar Held (Fagott), Monika Brandner (Querflöte) und Christoph Lambertz (Klarinette/Dudelsack) stellten mit großer Präzision Stücke aus historischen Notenbüchern vor, darunter die älteste aufgeschriebene Fassung des „Guck-Gigue“ aus dem Jahr 1770. Diese Vorlagen stammen aus dem Volksmusikarchiv in Krumbach. Für den Beifall dankten die Volksmusiker mit Zugaben.
In der Pause sorgte die Ankündigung, dass dies aus Brandschutzgründen die letzte öffentliche Veranstaltung im Rittersaal des Schlosses Haunsheim mit seiner Originaldecke aus dem Jahr 1601 sei, für weiteren Gesprächsstoff. Mit der Orangerie stehe auch in Zukunft ein geeigneter Raum für kulturelle Veranstaltungen zur Verfügung.
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: