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Solarenergie: Warten auf Anschluss

Solarenergie

Warten auf Anschluss

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    Wer sich eine Fotovoltaikanlage aufs Dach baut muss unter Umständen lange warten, bis er den ersten Strom einspeisen kann. Das liegt zum einen an der Flut der Anträge, aber auch daran, dass die Ortsnetze dafür ausgebaut werden müssen, heißt es vonseiten der LEW.
    Wer sich eine Fotovoltaikanlage aufs Dach baut muss unter Umständen lange warten, bis er den ersten Strom einspeisen kann. Das liegt zum einen an der Flut der Anträge, aber auch daran, dass die Ortsnetze dafür ausgebaut werden müssen, heißt es vonseiten der LEW. Foto: Seidl-Cesare

    Eigentlich freut sich auch Ulrike Brenner, wenn die Sonne vom Himmel lacht. Wer tut das schließlich nicht. Doch seit einigen Monaten ist diese Freude entscheidend getrübt, genauer gesagt seit September. Denn seitdem, sagt sie, ist die Fotovoltaikanlage mit 12 KW auf ihrem Dach fertig – doch ans Netz angeschlossen sei sie bis heute nicht. Und damit ist die Ellerbacherin kein Einzelfall. Auch die 27-KW-Anlage auf dem Stadel von Thomas Sing in Schabringen wurde bereits im November fertig gemeldet, wie er sagt. Am 7. Dezember habe er dann ein Schreiben von den Lech-Elektrizitätswerken bekommen, dass er erst nach dem Ausbau des Netzes angeschlossen werden könne. Dann, sagt er, hörte er wochenlang gar nichts mehr.

    Bis heute wartet er auf seinen Netzanschluss. Und dabei ärgert ihn vor allem eines – die Informationspolitik der LEW. „Wochenlang habe ich keine richtige Auskunft bekommen, was überhaupt gemacht werden muss, wie lange es dauern könnte.“ Erst als sein Vater einige Arbeiter, die an einer Trafostation beschäftigt waren fragte, habe er erfahren, dass das Schabringer Ortsnetz geteilt werden müsse. Mittlerweile hat er diese Information auch von der LEW, die angekündigt habe, dass die Arbeiten bald fertiggestellt werden sollen. Allein – wann er endlich seinen Strom einspeisen darf, dass weiß er immer noch nicht. „Aber meine Raten für die Anlage, die muss ich schon Monat für Monat zahlen.“ Immer wieder höre er von ähnlichen Fällen in der näheren Umgebung – in Bergheim, Mörslingen. Nur von Dillingen höre man, dass der Anschluss durch die dortigen Stadtwerke innerhalb weniger Tage vonstatten gehe. „Es kann doch nicht sein, dass ich fünf Monate büßen muss, nur weil ich in Schabringen und nicht in Hausen wohne“, sagt Sing.

    Der Zustand des Netzes, das hat mittlerweile auch Ulrike Brenner nach einigem Nachhaken erfahren, ist auch in Ellerbach der Knackpunkt. In einem Schreiben der LEW heißt es, dass die Spannungsanhebung durch ihre zwölf KW dort bei 7,72 Prozent und damit deutlich über den zulässigen drei Prozent liege. Für die Ellerbacherin ist das ein Indiz dafür, wie wenig man in den vergangenen Jahren in die Netze gesteckt habe. Auf zwei Podiumsdiskussionen der LEW habe sie das Problem bereits angesprochen. „Und da habe ich die Antwort erhalten, dass es diese Probleme gar nicht gibt.“ Als Mitglied im Forum sei sie noch nie ein Freund der LEW gewesen, wie sie zugibt. „Aber hier geht es nicht nur darum, dass der normale Bürger seinen Beitrag zur Energiewende nicht leisten kann, sondern auch um die finanziellen Einbußen.“ Auch deswegen hat Ulrike Brenner mittlerweile einen Anwalt eingeschaltet, mit dem sie auf Schadenersatz klagen will – eine Sammelklage soll es werden. „Ich hoffe deswegen, dass sich noch möglichst viele Betroffene bei mir melden.“

    Mehr dazu lesen Sie in der Dienstag-Ausgabe Ihrer Donau-Zeitung.

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