Gundelfingen „Gundelfinger Geschichten ranken sich um die gezeigten Schätze – das ist die große Besonderheit der Textilausstellung im neuen Bleichestadel.“ So ordnete Monika Hoede von der Trachtenkulturberatung des Bezirks Schwaben in Krumbach in ihrer fachkundigen Einführung die neue Ausstellung im Walkmühlenstadel bei ihrer Eröffnung ein. Zuvor bedankte sich Bürgermeister Franz Kukla bei den Leihgebern und Machern der Ausstellung, allen voran bei Josefine Wolfrom, die als Schneidermeisterin ihr Wissen einbrachte und der Motor des Projektes ist.
Unter dem Titel „Der Wandel der Kleidung auf dem Lande im 20. Jahrhundert“ sind sehenswerte Alltagsgewänder zu sehen. Im Mittelpunkt steht das einfache G’wand in Gundelfingen um 1900 bis etwa 1980. Ein stimmiges Ensemble wurde etwa von Familie Deisler zur Verfügung gestellt. Auch sind Originalgewänder vom Historischen Fest 1987 zu besichtigen. Gemäß dem Ausstellungstitel sind auch Träger- und Kittelschürzen als Alltagsgewand ausgestellt. Die hohe Schneiderkunst für Sonntagskleidung wird am Beispiel von Schneidermeisterin Anni Flemisch aus Echenbrunn festgemacht, die mit einigen Stücken vertreten ist.
Von der Haube und den Capot-Hüten
In Vitrinen sind aber auch besondere Schmankerl zu besichtigen: Der Übergang von der Haube über Capot-Hüte zu der Hutmode bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts zusammen mit vielerlei Handtaschen, handgearbeiteten Schuhen und vielem mehr. Bemerkenswert sind die Erzählungen, die Schuhmachermeister Georg Seeßle und Modistin Erika Reile am Rande der Ausstellungseröffnung zu den einzelnen Gegenständen erzählen konnten. Die Ausstellung verdeutlicht auch den Umbruch der Mode nach 1945 und dem Wirtschaftsaufschwung der 60er und 70er Jahre, aber auch den Anteil der Heimatvertriebenen.
So steht über der Ausstellung der Gedanke, das alte Handwerk zu schätzen und nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, dabei die Gundelfinger Geschichten lebendig zu halten und die Handwerkskunst hoch zu ehren. (pm) "Seite 27
Öffnungszeiten Die Ausstellung ist jeden Sonntag von 14 bis 16 Uhr sowie während der Historischen Tage im Bleichestadel zu sehen.