Donauwörth Die allgemeine Wetterlage meint es mit dem Donauraum momentan nicht sonderlich gut. Der graue Schleier, der seit Tagen hier die Szenerie dominiert, will seit der Negativentscheidung von Bundesverteidigungsminister de Maizière für den Bundeswehrstandort nicht mehr weichen. Doch gestern ist eine Entscheidung bekannt geworden, die vielleicht für etwas Sonnenschein für diesen bisher eher tristen November sorgen kann: Die Entscheidung über den Zuschnitt der schwäbischen Agenturen ist gefallen – und sie ist positiv für die Agentur für Arbeit Donauwörth.
Ein kleiner Blick zurück: Im Juni dieses Jahres wurde vom Vorstand der Bundesagentur für Arbeit (BA) eine bezirkliche Neugliederung der Agenturen für Arbeit angekündigt. „Ziel der Neuorganisation sollte sein, auch unter den veränderten Rahmenbedingungen des Arbeitsmarktes und der demografischen Entwicklung in der Fläche weiterhin präsent zu bleiben,“ wie Claudia Wolfinger, die Chefin der Donauwörther Agentur, gegenüber unserer Redaktion erläutert. Gleichzeitig sollten zukunftsfähige Strukturen in Hinblick auf Größe und die Steuerbarkeit der Arbeitsagenturen geschaffen werden. Vom BA-Vorstand in Nürnberg wurden hierzu Vorschläge erarbeitet.
Nach der bundesweiten Anhörung der jeweils zuständigen örtlichen Verwaltungsausschüsse zu den geplanten Veränderungen wurde der Verwaltungsrat als oberstes Aufsichtsgremium der BA informiert. Dieser beauftragte die Verwaltung, für den Raum Schwaben nochmals verschiedene Varianten zur Neugliederung der Arbeitsagenturen zu überprüfen. Dies sei auch intensiv erfolgt. Ausgangspunkt war, aus den vier Agenturbezirken drei zu machen. Eine davon sollte Donauwörth bleiben.
Andere Vorschläge
Ziemlich überraschend für Nordschwaben kam dann die Äußerung von IHK-Präsident Dr. Andreas Kopton (Harburg), wonach seine Organisation empfehle, „die Einteilung an den Wirtschaftsräumen und nicht nach Landkreisen und kreisfreien Räumen auszurichten“. Konkret: Zwei große Agenturen würden für Bayerisch-Schwaben reichen (die Handwerkskammer hatte sich dagegen neutral verhalten).
Dem widersprach die Politik ganz heftig. Georg Schmid, der Vorsitzende der CSU-Landtagsfraktion und Stimmkreisabgeordneter aus Donauwörth, zeigte sich gegenüber unserer Redaktion „entsetzt darüber, dass die IHK Schwaben hier andersgeartete Vorschläge zulasten von Donauwörth unterbreitet.“ Kopton wiederum wies seinerseits die Vorwürfe zurück (wir berichteten ebenfalls) – und seit Mitte August herrschte Funkstille.
Der Vorstand der Bundesagentur für Arbeit hat nun vergangenen Freitag endgültig über die bezirkliche Neugliederung der Arbeitsagenturen und deren Sitz entschieden, wie gestern Claudia Wolfinger informierte. Für den Bezirk Schwaben sei beschlossen worden: Die Agentur Donauwörth bleibt bestehen und wird um die Landkreise Günzburg und Neu-Ulm erweitert. Die Agentur Kempten und der südliche Teil der Agentur Memmingen werden zusammengelegt, der Hauptsitz der fusionierten Agentur ist Kempten. Augsburg bleibt unverändert.
Wolfinger wörtlich: „Für die Kunden – Arbeitnehmer wie Arbeitgeber – und ebenso für die Mitarbeiter der neu zu uns dazu kommenden Landkreise ändert sich nichts, weil das Dienstleistungsangebot vor Ort in den Landkreisen Günzburg und Neu-Ulm erhalten bleibt.“ Lediglich die Steuerung dieser Dienststellen erfolge zukünftig von Donauwörth aus. Die geplante Neuorganisation werde voraussichtlich im dritten Quartal 2012 erfolgen.
Georg Schmid sagte dazu gestern auf Nachfrage: „Ich begrüße diese positive Entscheidung ausdrücklich. Dadurch wird unsere Agentur deutlich gestärkt beziehungsweise sie kann in Zukunft mit den großen Agenturen weiterhin mitreden.“ Der Einsatz für den Erhalt und die weitere Zuweisung von Kompetenzen „hat sich gelohnt“.