In der Region sind inzwischen einige Aktivitäten unter freiem Himmel möglich Von Wolfgang Widemann

Donauwörth Temperaturen wie in der Tiefkühltruhe. Die Menschen in Nordschwaben bibbern, Eisbärenkostüme für Faschingsumzüge sind gefragt wie nie, Autobatterien geben ihren Geist auf und selbst manche Bahnschranke versagt angesichts der extremen Kälte ihren Dienst (eigener Bericht auf dieser Seite). Da möchte sich mancher am liebsten hinter dem Ofen verkriechen und das Haus höchstens noch zum Semmelholen verlassen. Wer sich warm genug anzieht und etwas bewegt, kann aber bei strahlendem Sonnenschein durchaus Gefallen an den frostigen Verhältnissen finden.
Neben einem Spaziergang ist nun auch endlich Wintersport in der Region möglich. So hat Rudolf Stöckl den Schlepplift in Übersfeld (Gemeinde Marxheim) in Betrieb genommen. Die Pistenverhältnisse am Kaiserschachen seien noch nicht optimal: „Es ist ein bisschen knapp mit dem Schnee und das Gras schaut schon durch.“ Jedoch könne man auf Ski durchaus den Hang hinabwedeln. Das Schlittenfahren gehe sogar „recht gut“.
Nach dem rekordverdächtigen Winter 2010/11 ist Stöckl jetzt froh, dass der Lift überhaupt laufen kann und auf der Piste zumindest eine „Grundlage“ vorhanden ist. Um bessere Verhältnisse zu bekommen, hofft der Betreiber darauf, „dass es noch einmal zehn Zentimeter schneit“.
Einige Male vergeblich geschuftet haben in den vergangenen Wochen die freiwilligen Helfer auf den Eislaufplätzen (wir berichteten). Kaum war die Fläche mühsam präpariert, taute und regnete es schon wieder. Nun aber sind die Laufflächen richtig durchgefroren und die Plätze in Wemding, Rain, Genderkingen und Bissingen haben geöffnet. Auf einigen Weihern und zugefrorenen Pfützen, die das Hochwasser hinterlassen hat – beispielsweise auf einer Wiese am Schmutterwald in Bäumenheim – tummeln sich ebenfalls die Kufensportler.
Lange Zeit darben mussten in den hiesigen Gefilden auch die Skilangläufer. Nach den heftigen Schneefällen vor einer Woche gibt es inzwischen die Möglichkeit, diesem Sport zu frönen – zumindest ein Stück weit. Der Alpenverein Donauwörth hat die Loipe auf dem Edelweißweg im Wald zwischen der Kreisstadt und Hafenreut gespurt, wie Armin Schuster berichtet. Den Zustand der Loipe bezeichnet er als „mittelmäßig“. Man könne grundsätzlich laufen, „aber wir bräuchten dringend noch etwas Schnee“. Etwas besser dran seien die Skilangläufer, welche die Skatingtechnik bevorzugen. Dafür sei der Schnee auf einer Wiese zwischen der Kaisheimer Bernhardisiedlung und Hafenreut eigens gewalzt worden. „Das Skaten geht dort verhältnismäßig gut“, so Schuster. Recht eingeschränkt sind die Langlaufmöglichkeiten rund um Wittesheim. Wie der zuständige Spurmeister Wolfgang Wild von der Laufgruppe Warching schildert, schaue in der Loipe selbst das Gras durch. Auf freier Fläche könne man „einigermaßen laufen“.
Wer solchen Freizeitbetätigungen zugetan ist, sich aber trotzdem lieber in beheizten Räumen aufhält, dem sei ein Besuch des Heimatmuseums Rain empfohlen. Dort ist im Rahmen der Ausstellung „Vom Schaffen, Spiel und Sport“ eine ganze Reihe von alten Wintersport-Utensilien ausgestellt. Auch historische Fotos vom Schlittschuhlaufen und Rodeln sind zu sehen. Sie zeugen davon, dass die Menschen bereits in früheren Zeiten mit solchen Aktivitäten der Kälte trotzten.
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: