Nach 20 Jahren findet wieder die Wemdinger Pestprozession nach Oettingen statt. Das kirchliche Großereignis geht auf ein Versprechen aus dem Jahr 1647 zurück. Dabei ging es um Leben und Tod

Wemding Es ist ein kirchliches, gesellschaftliches und kulturelles Großereignis mit über 2000 Pilgern. Eine Wallfahrt, wie es sie in Süddeutschland nur noch äußerst selten gibt: die Pestprozession am kommenden Samstag in Wemding. Wemdings Stadtoberhaupt Dr. Martin Drexler spricht von einem „großartigen Ereignis mit historischer Bedeutung“.
Geschichte Die Einwohner der Stadt erinnern alle 20 Jahre mit ihrem Gebetsmarsch in die 15 Kilometer entfernte Nachbarstadt Oettingen an einen Schwur ihrer Vorväter aus dem Jahr 1647: Diese hatten damals versprochen, in regelmäßigen Abständen die Pestprozession abzuhalten, wenn ihre Ortschaft zukünftig vom „Schwarzen Tod“ verschont bleiben sollte.
Ablauf Am Tag der Pestprozession – dem 5. Mai – werden die Wemdinger Bürger sowie die interessierten Gäste schon früh auf den Beinen sein, um die 15 Kilometer lange Strecke zu absolvieren. Nach dem Aufstellen in einer vorab geregelten Reihenfolge am Marktplatz in der Historischen Altstadt setzt sich die Prozession bereits um 5.15 Uhr in Bewegung. Hinter Amerbach geht es auf der gesperrten Staatsstraße 2214 weiter in Richtung Oettingen. Im Wald nahe des Kronhofs ist eine Rast eingeplant. Vor den Toren Oettingens wird eine Abordnung der Stadt um Bürgermeister Matti Müller gegen 10 Uhr die Pilger aus Wemding begrüßen. Ein Gottesdienst im fürstlichen Gruftgarten schließt sich an, ehe die Wallfahrer sich bei einem Mittagessen stärken können.
Rückweg Wer fit genug ist, macht sich gegen 14 Uhr auch noch zu Fuß auf den Rückweg nach Wemding. Erfahrungsgemäß handelt es sich dabei um etwa die Hälfte der Teilnehmer. (dz, hilg)
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