Rögling Es gibt ihn seit 138 Jahren: Der Soldaten-, Kameradschafts- und Reservistenverein ist der älteste Zusammenschluss in Rögling. Seit einem Vierteljahrhundert hat Jakob Büchler den Vorsitz. „Ich fühle mich verpflichtet, diese alte Tradition aufrechtzuerhalten“, sagt der 56-Jährige.
Zwar zählt der Verein nur knapp 60 Mitglieder, das ehrenamtliche Engagement nimmt laut Büchler aber „etliche Zeit“ in Anspruch: „Jede Woche sitze ich abends ein paar Stunden dran.“ Vor allem, wenn Veranstaltungen zu organisieren seien, sei ein gewisser Aufwand nötig. Jakob Büchler kann dabei auf die Unterstützung seiner Frau Sigrid zählen.
So alt der einstige Militärverein – so der ursprüngliche Name bei der Gründung 1873 – ist, so schwierig ist es für Büchler und seine Mitstreiter auch, ihn am Leben zu erhalten. „Man muss schwer kämpfen“, sagt der Finanzbeamte, der früher gerne Fußball spielte. Vor einigen Jahrzehnten trugen noch Kriegsveteranen den Verein. Inzwischen gibt es in Rögling nur noch drei Mitglieder – alle inzwischen über 80 Jahre alt –, die im Zweiten Weltkrieg Soldat waren.
Um junge Leute in den Verein zu bekommen, holten der Krieger- und Soldatenverein 1993 die Reservistenkameradschaft mit ins Boot. Aber auch das sei kein Selbstläufer mehr, berichtet Büchler. Durch die Abschaffung der Wehrpflicht gehe kaum noch jemand zur Bundeswehr – und anschließend in den Verein. In dem wird inzwischen das Wort Kameradschaft groß geschrieben. Jeder könne Mitglied werden, so der Vorsitzende, der die Werbetrommel rührt.
Der zweifache Großvater organisiert Helfer, wenn sich der Verein an größeren Ereignissen – beispielsweise dem Pfarrfest – in der kleinen Gemeinde beteiligt: „Da müssen alle zusammenhalten, sonst geht in so einem Dorf nichts.“ Alle acht Jahre sind Jakob Büchler und seine Mitstreiter besonders gefordert. Dann sind die Kameraden im Wechsel mit den anderen Vereinen mit dem Theaterspiel an der Reihe. (wwi)