Harburger rücken zusammen mit dem Rettungsdienst aus. Spende von Schülern Von Wolfgang Widemann

Harburg Die Feuerwehr ist lange schon nicht mehr allein damit beschäftigt, Brände zu löschen. Die Vielfalt der Aufgaben wird immer größer. In Harburg hat sich die Wehr nun dafür gerüstet, im Notfall durch klassische Erste Hilfe auch Menschenleben retten zu können. Dank der Unterstützung der Klasse 4a der örtlichen Volksschule verfügen die Feuerwehrleute nun auch über eine entsprechende Ausrüstung. Die Schüler, die bei einem bundesweiten Wettbewerb unter anderem ein Preisgeld von 15000 Euro gewannen (wir berichteten), spendierten der Feuerwehr einen Defibrillator. Wert: rund 1500 Euro.
Für Kommandant Christoph Schmidt kam das Gerät „wie ein Geschenk vom Himmel“. Die Harburger Feuerwehr werde oft zu Unfällen in der Umgebung gerufen – und sei immer wieder vor dem Notarzt oder dem Roten Kreuz am Unglücksort, da diese aus Donauwörth oder Nördlingen anrücken. „Wenn wir als Erste da sind, müssen wir auch Erste Hilfe leisten“, so Schmidt.
Im vorigen Jahr schaffte sich die Wehr deshalb einen sogenannten Notfallrucksack an, der stets im Fahrzeug mit dabei ist. 15 Aktive nahmen an einem Sanitätslehrgang teil. Darüber hinaus gehören der Mannschaft in Harburg auch vier ausgebildete Rettungssanitäter an. Dies habe sich bereits im vorigen Jahr bei einem Verkehrsunfall auf der B25 ausgezahlt. Eine junge Frau, die auf dieser verunglückte, atmete laut Schmidt beim Eintreffen der Feuerwehr nicht mehr, konnte jedoch wiederbelebt werden.
Die integrierte Rettungsleitstelle in Augsburg wisse über die Zusatzausstattung der Harburger Wehr Bescheid – und alarmiere daher in bestimmten Fällen nicht nur Notarzt und Rotes Kreuz, sondern auch die Feuerwehr. Diese könne aufgrund der geografischen Lage durchaus einige Minuten früher bei einem Verletzten oder akut Erkrankten in der Gegend sein. Dank des Defibrillators könne man nun zudem bei einem Herzinfarkt oder -stillstand besser helfen.
Wenn der Defibrillator auch nur einmal erfolgreich zum Einsatz kommen sollte, „dann haben wir eine ganz tolle Sache unterstützt“, stellte Schulrektor Hans Trüdinger fest, der mit Klasslehrerin Petra Wirth und der 4a zur Übergabe ins Feuerwehrhaus gekommen war. Kommandant Schmidt zeigte sich beinahe überwältigt von der Idee der Schule, einen Defibrillator zu spenden. So etwas habe die Feuerwehr in Harburg noch nie erlebt.
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