Buchdorf Ein bescheidenes, aber nicht minder bemerkenswertes Geschenk legt die Gemeinde Buchdorf ihren Bürgerinnen und Bürgern unter den Weihnachtsbaum: In der letzten Sitzung des Jahres beschloss der Gemeinderat gegen die Stimmen von Günther Otto und Bernd Eschig (beide PWG), den Satz für die Grundsteuern A und B zu senken. Bislang lag dieser bei 350 Prozent, ab Januar 2012 sind es dann nur noch 300 von Hundert.
Symbolisches Zeichen
„Wir lagen einmal bei 400 Prozent“, erklärte Bürgermeister Georg Vellinger. Wenn man die Sätze nun reduziere, dann, „um ein Zeichen zu setzen“. Der Gemeinderat wisse, dass die Bürger durch den anstehenden Bau der Kläranlage Belastungen zu tragen hätten. Mit dem neuen Steuersatz wolle man wenigstens symbolisch ein Zeichen der Entlastung setzen. Vellinger verwies darauf, dass sich die Kommune dies angesichts einer „sehr positiven wirtschaftlichen Entwicklung“ leisten könne. Unangetastet blieb die Gewerbesteuer, „seit Jahren mit 290 Prozent die niedrigste im Landkreis“.
Vellinger hatte allen Grund in der Jahresschlusssitzung zu strahlen. „Einnahmen von über drei Millionen Euro bei der Gewerbesteuer versetzen uns in eine sehr komfortable Lage“, erklärte der Bürgermeister. Dies spiegle sich auch im Etat mit seinem Gesamtvolumen von über 7,5 Millionen Euro wider.
Die Finanzsituation erlaube es, „ja fordert es geradezu“, dass man sich mit zahlreichen Projekten auseinandersetze. „Wir haben viele Maßnahmen, besonders im Baubereich, vorbereitet, geplant und realisiert“, sagte der Bürgermeister, gleichzeitig aber auch die Vereine unterstützt. Allein drei Bebauungspläne seien auf den Weg gebracht worden: für das Wohnbaugebiet Brunnenfeld III, für den kommunalen Bauhof und für die Änderungen im Gewerbegebiet Judenwiesen III.
Vellinger erinnerte an die Fertigstellung der Buttergasse. Für sie und für die Hauptstraße stünden Zuwendungen in Höhe von 90000 Euro aus, die 2012 ausgezahlt werden. Fertiggestellt sei bis auf Restarbeiten die Gemeindeverbindungsstraße nach Daiting. Der zu erwartende Zuschuss in Höhe von 285000 Euro sei deutlich höher, so der Bürgermeister, „als die noch zu erwartenden Rechnungen“.
Als „besonders erfreulich“ nannte Vellinger den Verkauf von mehr als 26000 Quadratmetern Gewerbeflächen an fünf Betriebe. Durch die nun angelaufene Bebauung werde das Gewerbegebiet „noch besser wahrgenommen“. Es sei geglückt, so der Bürgermeister, darüber hinaus einen schnelleren Zugang zum Internet herzustellen. Mit dem Ausbau eines leistungsfähigen, kabelgebundenen DSL-Netztes sei ein Signal für die Zukunftsfähigkeit der Kommune gesetzt worden.
Wenn alles klappt, soll der neue Bauhof noch vor dem richtigen Wintereinbruch ein Dach bekommen. Für Januar ist der Einbau der Fenster geplant. Für rund 800000 Euro seien bisher Aufträge vergeben worden.
Kindergarten wird saniert
Auf rund 3,8 Millionen Euro bezifferte Vellinger die von Buchdorf zu tragenden Kosten für die gemeinsame Kläranlage mit Kaisheim. 2,8 Millionen davon haben die Bürger in Verbesserungsbeiträgen (zahlbar in drei Raten) aufzubringen.
Neben der Kläranlage werde 2012 vor allem die Erweiterung und Generalsanierung des Kindergartens eine Herausforderung darstellen. Mit einer geschätzten Bausumme von 1,5 Millionen Euro zähle dieses Vorhaben zu den größeren Maßnahmen.
Vellinger sprach von „gutem Mut“, mit dem man angesichts der erfreulichen Finanzlage in die Zukunft blicke. Ausdrücklich dankte er allen, „die sich in unseren Vereinen ehrenamtlich engagieren“, aber auch den kirchlichen Gremien, Kindergarten und Schule, den Verwaltungsmitarbeitern sowie seinem Stellvertreter Manfred Burkard „für die vertrauensvolle Zusammenarbeit“.