Wemding Eine wahrhaft prächtige Kulisse bot sich den Besuchern, die am Wochenende von der Laienspielgruppe Wemding zurück in eine finstere Zeit der örtlichen Geschichte entführt wurden. An drei Abenden zeigten die rund 25 Mitwirkenden unter Regie von Claudia Langer auf einer am Marktplatz vor dem Rathaus aufgebauten Bühne das Stück "Die Blutglocke". Darin werden die Ereignisse in Wemding um 1609/1610 behandelt, als insgesamt neun Frauen und ein Mann der Hexerei bezichtigt wurden. Nach "peinlichen Befragungen" gestanden sie schließlich und endeten auf dem Scheiterhaufen. Bis 1631 wurden insgesamt 49 Personen zum Tode verurteilt und verbrannt.



In sechs Szenen dargestellt
Trotz des kühlen und zum Teil regnerischen Wetters fanden sich an allen drei Abenden zahlreiche interessierte Besucher zu den Vorstellungen ein, der Samstag war sogar ausverkauft. "Die Blutglocke" befasst sich in sechs Szenen, die aus dramaturgischen Gründen ohne Pause durchgespielt wurden, mit dem ersten Hexenprozess Wemdings im November 1609. Nach einem Schauprozess wurde das angesehene Badersehepaar Keller (gespielt von Johanna Langer und Gerhard Merk) schließlich mit zwei weiteren Frauen hingerichtet.
Autorin Koch-Schneider entwickelte das Stück nach Originalprotokollen. Eines der Ziele, nämlich den damaligen Zeitgeist und Hexenwahn glaubwürdig wiederzugeben und die dunkle Zeit lebendig werden zu lassen, gelang den Beteiligten zweifellos von Anfang bis Ende der gut 105 Minuten. (unf)
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