Wolferstadt In Wolferstadt ist eine Katasterneuvermessung zum Abschluss gebracht worden. Anlass dafür waren fast zweihundert Jahre alte Karten, die in großen Bereichen des Ortskerns einziger und zudem ungenauer Grenznachweis waren. Bürgermeister Xaver Schnierle konnte nun von Vermessungsdirektor Wolfgang Doesel die neuen Katasterkarten entgegen nehmen.
Die Genauigkeit der alten Karten im Maßstab 1:5000 lag nur bei ein bis zwei Metern, was heutigen Ansprüchen nicht mehr gerecht wird. Dies und ein hoher staatlicher Zuschuss bewogen den Wolferstädter Gemeinderat, eine Katasterneuvermessung zu beantragen, teilt die Behörde mit.
Dreizehn Hektar im Ortskern wurden neu vermessen. Die Geometer schlüpften in die verborgensten Winkel, um für 88 Flurstücke die alten Grenzen zu ermitteln. Nach Anerkennung durch die Beteiligten wurden Grenzpunkte wie Grenznägel oder Grenzsteine angebracht. Die Außendienstarbeiten leitete Vermessungsrat Gerhard Stiegler. Der Messtrupp wurde von den Feldgeschworenen tatkräftig unterstützt.
Vor Ort wurde noch festgestellt, dass bei 56 Flurstücken die Grenzen nicht eingehalten waren. Überbauten, Einzäunungen oder Straßengrundabtretungen waren dafür die Ursache. In einer vereinfachten Umlegung wurden deshalb 2,8 Kilometer neue Grenzen festgelegt. 1252 Quadratmeter wechselten bei dieser Grenzregelung den Besitzer.
Für die Ausarbeitung des Projektes im Amt war Katastertechniker Anton Hopfensitz verantwortlich. Er berechnete Flächen und entwickelte aus den Grundrissdaten die neue Karte. Weiter fertigte er Fortführungsnachweise an, die für den Grundbucheintrag benötigt werden.
Als Endprodukt liegt nun die digitale Flurkarte in höchster Qualität vor. Sie ist die optimale Grundlage für den Aufbau eines zukunftsweisenden Geoinformationssystems. In dieses können verschiedene Ver- und Entsorgungsleitungen wie Wasser, Abwasser, Gas, Telefon und Strom eingearbeitet werden.
Hoher Zuschuss
Der Kostenanteil der Gemeinde für die hoch bezuschusste Katasterneuvermessung liegt bei 16900 Euro. Auch die Kosten für die Grenzregelungen für Bürger und Gemeinde werden von staatlicher Seite mit 50 Prozent unterstützt. Hier hatte die Gemeinde 8944 Euro zu berappen.
In einer Feierstunde fand die Katasterneuvermessung Wolferstadt nun ihren Abschluss. Bürgermeister Schnierle und Vermessungsamtsleiter Doesel dankten den Mitarbeitern des Amtes und den Feldgeschworenen für die erfolgreiche Beendigung der Arbeiten. (pm)