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02. September 2010 18:40 Uhr

Feilschen und Handeln wie die Profis

Donauwörth Spiele für den Computer, Schlittschuhe, eine alte Puppe, Kuscheltiere und Figuren aus dem Überraschungsei - in ihrem Zuhause in Oberndorf haben Pia und Martin Hallmann fleißig ausgemistet. Der Grund: Auf dem Kinderflohmarkt in Donauwörth wollen die beiden Geschwister ihre alten Spielsachen verkaufen. Von Flora Anna

Seit 8.30 Uhr am Morgen sitzen sie deshalb an ihrem bunten Stand in der Bahnhofstraße und bringen die Ware unter die Leute. Zum ersten Mal sind sie bei dem Markt mit dabei, der von der City-Initiative-Donauwörth organisiert wird, und begeistert: "Das ist eine tolle Möglichkeit, Altes loszuwerden und sich ein bisschen Taschengeld zu verdienen", sagt Martin. Mit Erfolg: "Wir konnten kaum auspacken, da sind schon die ersten Leute gekommen", sagt der 18-Jährige.

Auch seiner kleinen Schwester Pia macht das Verkaufen großen Spaß. Nur mit dem Handeln klappt es bei der Elfjährigen noch nicht so gut. "Da muss mir mein Bruder noch ein bisschen helfen", sagt Pia.

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Das Feilschen mit den Kunden - kein Problem für Tamara Rößner aus Buchdorf. "Das hat mal 40 Euro gekostet, jetzt will ich nur noch einen Euro dafür", lockt sie die Kunden. Obwohl Tamara zum ersten Mal mit von der Partie ist, handelt die Zehnjährige schon wie ein echter Profi. "Das habe ich mir von der Mama abgeschaut", erklärt sie.

Im vergangenen Jahr schlenderte Tamara auch schon über den Flohmarkt - damals allerdings noch als Kundin. "Deshalb wollte ich in den Ferien unbedingt mitmachen", sagt Tamara.

Seit 7 Uhr steht sie vor ihrem kleinen Tisch und preist die Ware an. Was sie verkaufen will, weiß die Nachwuchshändlerin genau: "Die Sachen habe ich zu Hause selbst rausgesucht und zusammengesammelt", betont sie. Nur, was sie mit dem verdienten Geld machen will, weiß Tamara noch nicht.

Dominik Grasheu dafür umso besser. Der 15-Jährige spart gerade für seinen Mofaführerschein. "Da kann ich jeden Euro brauchen", sagt der Donauwörther. Zwischen der alten Barbie seiner Schwester, kleinen Autos, Büchern und Kassetten sitzt er an seinem Stand. Zum zweiten Mal ist er bei dem Flohmarkt dabei und damit quasi schon ein "alter Hase".

Er weiß, was bei den Kunden ankommt: "Viele Sammler sind auf der Suche nach Kleinkruscht und Figuren", erklärt er. Und natürlich Lego. Stundenlang hat Dominik deshalb auf dem Dachboden die einzelnen Steine zusammengesammelt, nun verkauft er das Spielzeug zwischen vier und 15 Euro.

Der Kontakt mit den Leuten gefällt ihm gut - auch, wenn beim Verkaufen des geliebten Kinderspielzeugs Trennungsschmerz aufkommt. "Wenn ich an Lego zurückdenke, kommen viele Erinnerungen hoch", sagt der 15-Jährige.

Erinnerungen, die hat auch Walburga Rami aus Marxheim. Seit Jahren kommt die 51-Jährige auf den Flohmarkt: Früher mit den eigenen Kindern, heute steht sie mit Enkel Daniel da. Dass auf dem Markt die Kinder das Sagen haben, gefällt ihr: "So lernen sie, mit Geld umzugehen und den Wert der Arbeit zu schätzen."

Ein weiterer Grund für sie, jedes Jahr wieder das Kinderzimmer auszumisten, auf dem Markt zu handeln und alte Bekannte wiederzutreffen. "Und ich freue mich, wenn sich andere Kinder über die gekauften Sachen freuen", sagt sie. Nächstes Jahr, das steht für die 51-Jährige deshalb fest, will sie definitiv wiederkommen.

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