Montag, 20. Mai 2013

05. Mai 2012 12:10 Uhr

Rohstoffe

Frischer Kies aus Münster

Gemeinde bringt ein neues Abbaugebiet von 40 Hektar auf den Weg. In ein paar Jahren haben die Bürger dann einen Badesee. Aufwendiges Verfahren gestartet

Kiesbagger dieser Art könnten in naher Zukunft auch südlich von Münster den Rohstoff aus der Erde holen. Das nun auf den Weg gebrachte Gebiet umfasst etwa 40 Hektar. Die Firma Thannhauser & Ulbricht möchte hier tätig werden.

Münster Die Gemeinde Münster hat ein neues Kiesabbaugebiet südlich des Ortes auf den Weg gebracht. Läuft alles nach Plan, könnte zwischen Gut Hemerten und Altenbach demnächst ein etwa 41 Hektar großes Gelände entstehen. Zum Vergleich: Die Theresienwiese in München hat 42 Hektar.

Wie berichtet, war bereits im vergangenen Jahr die Firma Thannhauser & Ulbricht aus Fremdingen mit ihrem Anliegen auf die Gemeinde zugekommen. Ein 60 Hektar großes Abbaugebiet wurde vorgeschlagen. Bevor der Gemeinderat in der Sitzung am Donnerstagabend aber seine Zustimmung geben wollte, sollte abgeklärt sein, dass es keine großen Probleme bei dem aufwendigen Planungsverfahren geben wird. Das Büro für Ortsplanung (Opla) hat daher vorab mit Landratsamt, Wasserwirtschaftsamt und Naturschutzbehörden alle wesentlichen Punkte abgeklopft.

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Das Ergebnis: Würde die Gemeinde, wie zunächst geplant, das 60 Hektar große Gebiet für Kiesabbau im Flächennutzungsplan vorsehen, würde es wohl einige Konflikte geben. Denn der Bereich gilt als Flutareal bei extremem Hochwasser des Lechs. Im Fall der Fälle würde der Damm geöffnet werden, um für Entlastung zu sorgen. Im Norden grenzt ein Wasserschutzgebiet an. „Deshalb ist es sinnvoll, die Fläche auf etwa 40 Hektar zu verkleinern“, erklärte Ilka Siebeneicher von Opla den Gemeinderäten. Der Abbau selbst wird dann etwa 31 Hektar beanspruchen, der Rest sind Betriebgelände, Wege und Ufergebiet.

Nach dem Abbau könnte ein großer Badesee entstehen

In Sachen Tierwelt gebe es keine Bedenken. Im Gegenteil: Die Kiesseen förderten mehr Vielfalt durch Trocken- und Feuchtgebiete. Nach dem ersten Abschnitt könnte ein etwa sechs Hektar großer Badesee entstehen, den die Bürger als Naherholungsgebiet nutzen könnten. Das wird aber erst in einigen Jahren der Fall sein. Pro Jahr werden etwa 1,5 Hektar ausgebeutet.

„Ich denke, das ist eine vernünftige Planung“, sagte Bürgermeister Gerhard Pfitzmaier. Vorteil der kleineren Fläche wäre auch der größere Abstand zum Ort. Eine Lärmbelastung sieht er aber sowieso wenig kritisch, da das Betriebsgelände selbst hinter einem Waldstück entstehen wird. „Das ist dann auch ein Sichtschutz.“ Nächster Schritt ist ein Bebauungsplan samt Vertrag mit dem Unternehmen, wer für welche Kosten aufkommt. Beispielsweise muss ein Weg verlegt werden. „Und die Gemeinde zahlt keine neue Straße“, machte Pfitzmaier klar.

Damit die Gemeinde nicht zu viele Zonen für Kiesabbau vorsieht, hat der Gemeinderat etwa 40 Hektar einer bereits bestehenden Fläche westlich von Sulz wieder zurückgenommen. Dafür konnte jetzt die neue Fläche bei Gut Hemerten ausgewiesen werden. Die Grundstücksfragen im neu geplanten Abbaugebiet sind übrigens wohl geklärt: Gemeinderat Markus Freiherr von Schnurbein wird seine Flächen überlassen. Bei der Abstimmung des Gremiums, die einstimmig ausfiel, enthielt er sich.

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