Tagmersheim Dort, wo Schwaben und Oberbayern aneinander stoßen, scheiden sich in der Maibaum-Frage die Geister. Will man einen geschälten schwäbischen Maibaum oder einen weiß-blauen wie man ihn jenseits der Grenze der Regierungsbezirke bevorzugt?
Bürgermeister Georg Schnell hätte es gern gesehen, wenn sich das Gremium bei seiner ersten Sitzung im neuen Jahr auf das „Modell Schwaben“ festgelegt hätte. Als sich dann aber keine einheitliche Linie erkennen ließ, kam man überein, „dass wir darüber“, wie die zweite Bürgermeisterin Eva Münsinger, „doch eigentlich nicht abstimmen müssen“.
Ausgangspunkt der Debatte waren die maroden Maibaumschilder in Tagmersheim. Sie seien vergilbt und böten kein schönes Bild mehr, erläuterte der Bürgermeister. Rund 340 Euro lässt sich die Gemeinde eine Neuanschaffung nun kosten, wenngleich seinerzeit bei einer ähnlichen Aktion „die Blossenauer alles selbst bezahlt haben“, wie es hieß.
Diskutiert wurde dann, ob man den der bisherige weiß-blauen Maibaum drei Jahre stehen lassen könne. Das sei notwendig, weil man den Maibaum so aufwendig nicht in jedem Jahr neu gestalten könne. Bürgermeister Schnell: „Ich bin überzeugter Schwabe.“ Deshalb plädiere er für ein jährliches Aufstellen mit der dazugehörigen Feier und die einfachere Ausführung, „wie in Schwaben üblich“.