Trotz frostiger Temperaturen freuten sich die Organisatoren von "Lauschangriff" über eine ähnliche Besucherzahl wie bei der Premiere 2009. Zwischen 22 Uhr und Mitternacht waren einige Lokale dermaßen gefüllt, dass sie für längere Zeit den Einlass stoppen mussten.
Wie bereits im Vorjahr spielten auch diesmal die Smashed Potatoes im Saal des Gasthofs "Sonne". Das Duo entführte die zum Teil mittanzenden Fans dank ihrer gelungenen Versionen verschiedenster Indie-Klassiker musikalisch zurück in die 1990er Jahre. Im "Ambiente" ging es schon kurz nach Beginn ziemlich eng zu. Kein Wunder: Die Village Boyz haben sich mit ihrer unbändigen Spielfreude einen guten Namen gemacht. Das männliche Trio singt nicht nur, sondern unterlegt Klassiker wie auch moderne Popsongs mit Percussion, Gitarre und Kontrabass. Die vorhandene Tanzfläche erwies sich fast als zu klein …
Fünf Mädels
Frauenpower war im Gasthof "Zur Krone" angesagt. Die fünf Mädels von Select sorgten durchgehend für Hochstimmung - ganz gleich, ob sie Songs von männlichen (Bryan Adams) oder weiblichen (The Cranberries) Vorbildern zum Besten gaben. Ein zentraler Anlaufpunkt, vor allem für die jüngeren Besucher, war das Juze. Kein Wunder, traten dort gleich zwei Bands auf. Am Siedepunkt war die Luft bereits bei den allseits bekannten Ska Farmers aus Donauwörth, die mit ihrem explosiven Party-Ska-Punk den Fans kräftig einheizten - Zugabe inklusive. Beim nächtlichen Auftritt der Wemdinger Lokalmatadoren von Rocksblit war das Juze dermaßen voll, dass keine weiteren Besucher mehr ins Gebäude gelassen wurden.
Viele Instrumente
Zwei Frauen, drei Männer, viele Instrumente: Der umfangreiche Sound von Tir Nan Og (gälisch für "Land der ewigen Jugend") begeisterte zahlreiche Besucher im "Weißen Hahn". Die irische Folklore, gepaart mit tanzbaren Grooves und jeder Menge Kreativität, kam sehr gut an. Dass sie mit ihrer individuellen Art, bekannte Gassenhauer zu interpretieren, wirklich jeden Saal zum Kochen bringen, bewiesen die drei Herren von E.K.S. im Gasthof "Ente". Auch dort gab es teilweise kein Durchkommen mehr.
Im Gegensatz zu den draußen herrschenden kalten Temperaturen konnten sich die Gäste im Café Schlecht beim Auftritt von Chico Diaz Salsaborrr extrem warme Gedanken machen. Bandleader Chico Diaz aus Puerto Rico gehört zu den international profiliertesten Vertretern des Salsa. Mit seinem Orchester sorgte er für zahlreiche geschwungene Tanzbeine und so manche Schweißtropfen. Nur einige Meter weiter gab es im Hotel "Birkhahn" Rock und Blues von Traxx. Ob unplugged oder fetzig - den Besuchern gefielen die abwechslungsreich gespielten Hits, die auf ganz individuelle Weise umgesetzt wurden. Picked Up Acoustic zeigten im Café "Fuchs" ihr Talent. Sängerin Alex und ihre beiden Gitarristen sorgten für handgemachte Musik auf hohem Niveau und eine interessante Reise durch die Rockgeschichte. Gewohnt gemütlich ging es beim "Klosterwirt" zu, wo die kreative und junge Zwei-Mann-Band Stalking Monkeys auftrat. Von Eigenkompositionen bis zu bekannten Rock-Songs war dabei alles vertreten.
Es war auch Zeit für ein Geburtstagsständchen
Die einzige Lokalität, die außerhalb der Altstadt lag, war das Musikpub "Zeitlos". Dort trat die Band Bricks auf, bestehend aus acht jungen Musikern. Die Nachwuchsformation aus dem Nördlinger Raum ging mit purem Spaß und Begeisterung an ihre Sache heran. Zwischen Interpretationen von Rage Against the Machine und den Sportfreunden Stiller war auch Zeit, nach Mitternacht einem Besucher ein Geburtstagsständchen darzubieten.
Das nächtliche Fazit: frierende Finger, unzählige angelaufene Brillengläser, aber ein wieder sehr gut angenommenes und positiv verlaufenes Kneipenfestival mit der Hoffnung auf mehr.
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Fotos vom Kneipenfestival unter
donauwoerther-zeitung.de/bilder