Tagmersheim In dieser Woche wurden die letzten Arbeiten erledigt, die noch fehlenden Möbel aufgestellt und der finale Feinschliff durchgeführt. Jetzt steht der feierlichen Einweihung des neuen Tagmersheimer Gemeindehauses am Sonntag nichts mehr im Wege. Die Festansprache hält Doris Schröder-Köpf.
Bürgermeister Georg Schnell ist froh, dass die insgesamt 27-monatige Bauzeit zu Ende geht. Das Gebäude wurde im Jahr 1725 als barocker Pfarrhof errichtet. Seine imposante Erscheinung rührte daher, dass der damalige Bischof einen repräsentativen Bau haben wollte. Lange Jahre war der Pfarrhof in der Ortsmitte das berufliche und private Zuhause der Tagmersheimer Pfarrer. Doch seit 1979 teilen sich die Gemeinde und der Nachbarort Rögling eine Pfarrerstelle. Die Geistlichen wohnen seitdem in Rögling. In der Folge wurde der frühere Pfarrhof zeitweilig zum Teil vermietet, ehe die Kommune 2003 das Gebäude für die Dauer von 99 Jahren von der Pfarrstiftung pachtete.
Zusammen mit der Dorferneuerung (wir berichteten) widmete man sich auch der Sanierung und Neunutzung des früheren Pfarrhofs. Im Erdgeschoss sind sowohl die politische wie auch kirchliche Gemeinde vertreten. „Uns war wichtig, die Pfarrei mit im Haus zu haben, weil sie außer der Kirche keine eigenen Räumlichkeiten hat“, betont Bürgermeister Schnell. Das frühere Bischofszimmer mit seinem beeindruckenden Deckenstuck im Obergeschoss dient zukünftig für Gemeinderatssitzungen, Trauungen und Vorträge. Zukünftig soll im ersten Stock auch ein Ausstellungsraum über die Heimatgeschichte von Tagmersheim und Blossenau informieren. „Dies ist eine Aufgabe für die weitere Zukunft“, so Schnell. Zur feierlichen Einweihung am Sonntag wird schon eine kleine Fotoausstellung mit historischen Aufnahmen aus beiden Orten eröffnet.
Die Kosten für die Gesamtmaßnahme des Gebäudes betragen etwa eine Million Euro. Die Kommune erhält rund 600000 Euro Zuschüsse. Die Fördergelder kamen vom Landesamt für Denkmalpflege, vom Amt für Ländliche Entwicklung, von der Pfarrei Tagmersheim, der Diözese Eichstätt, der Stiftung Denkmalpflege, vom Bezirk Schwaben und Landkreis Donau-Ries.
Zwar ist der Fertigstellungstermin etwa ein Jahr hinter dem ursprünglichen Plan, doch Schnell ist zufrieden, „dass wir letztendlich unser Ziel erreicht haben, ein schönes und funktionales Objekt zu haben“. Noch dazu sei es im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten geblieben. Ein Grund für die Verspätung: Einige Handwerksbetriebe, die nicht aus der Region kamen, legten während der Aufschwungphase ihre Prioritäten auf vermeintlich wichtigere Baustellen.
Doch dies stört den Bürgermeister heute kaum noch: „Wir haben jetzt in der Ortsmitte einen architektonischen Gleichklang aus Kirche, Schloss und Pfarrhof, einen religiös-kulturellen Mittelpunkt.“ Ab nächster Woche finden die Amtsstunden und Gemeinderatssitzungen im neuen Gebäude statt. Auch der Pfarrer wird mit Bürostunden im Ort vertreten sein.
Besonders freut sich Bürgermeister Schnell, dass zum Festtag (siehe „Festprogramm“) mit Monsignore Herbert Lang und Festrednerin Doris Schröder-Köpf, Gattin des früheren Bundeskanzlers, zwei aus Tagmersheim stammende Personen zugesagt haben, die ein persönlicher Bezug zum alten Pfarrhof verbindet.