Donauwörth Einen leeren Ladenraum mit verstaubten Schaufenstern und der Aufschrift „Zu vermieten“ – das gibt es seit Jahren in Donauwörth kaum mehr. Der Standort gilt als gute Adresse im Handel. Die Nachfrage nach geeigneten Geschäftsräumen – speziell in der Innenstadt – bleibe unvermindert groß. Speziell Modehäuser zieht es in die City.
Felix Späth als Vorsitzender der City-Initiative Donauwörth (CID) und deren Leerstandsmanager Thomas Schröttle sehen den Standort Donauwörth also gut aufgestellt. Leer stehende Läden sollen so schnell wie möglich wieder mit Leben erfüllt werden. Doch freie Geschäftsflächen sind in der Großen Kreisstadt rar.
Thomas Schröttle, auch Wirtschaftsreferent im Stadtrat, versucht, die „dunklen Flecken“ zu vermeiden, die „ein negatives Bild auf unsere Stadt werfen können“. Ist schnell kein Nachmieter zu finden, versucht man wenigstens, jemanden zu animieren, der die Schaufenster in der Übergangsphase dekoriert. Man wolle nicht, dass Geschäftsflächen in der Stadt lange leer stehen und einen unsauberen Eindruck hinterlassen. „Es ist uns geglückt, damit das Image der Stadt aufzupolieren“, ist Schröttle überzeugt. Leerstandsmanager – das ist ein Job, den Späth vor mittlerweile fünf Jahren für Donauwörth ins Leben gerufen hat. „In anderen Städten wurde Leerstandsmanagement schon seit Jahren betrieben“, sagt er. Das Konzept sei dringend erforderlich gewesen. Als er den CID-Mitgliedern die Idee präsentierte, seien alle begeistert gewesen. Wenn er einen leeren Laden sieht, kontaktiert Schröttle den Eigentümer. Und falls dieser einverstanden ist, fragt er bei den benachbarten Geschäften – etwa einem Optiker oder dem Modehaus nebenan – nach, ob diese vielleicht die „nackten“ Schaufenster mit ihren Waren dekorieren wollen. „Das bringt für beide einen Vorteil“, sagt der Manager.
Späth und Schröttle haben inzwischen eine Datenbank aufgebaut, die alle leer stehenden Geschäftsflächen erfasst und zudem die Nachfrage aufnimmt. Das Portal ist über die Homepage der Stadt Donauwörth für jedermann im Internet abrufbar. „Wenn beispielsweise eine Friseurin größere Räume sucht oder einen zweiten Laden eröffnen will, dann nehmen wir ihr Gesuch in die Auflistung auf.“ Derzeit sind es sieben Adressen, die verzeichnet sind. Schröttle, der die Aufgabe ehrenamtlich ausübt, betont ausdrücklich: „Dieser Service ist kostenlos.“ Auch wolle man keineswegs eine Konkurrenz zu den heimischen Immobilienmaklern sein. Schröttle: „Wir verkaufen nicht, wir verhandeln nicht, wir erfassen und kommunizieren nur.“
„Die Stadt Donauwörth ist auf ihre Altstadt stolz“, fügt Felix Späth an. Sie liege allen Verantwortlichen am Herzen. Deswegen sei Leerstandsmanagement bedeutsam. Keine Zukunft sehen er und Wirtschaftsreferent Schröttle für die Tanzhaus-Passage in ihrer jetzigen Struktur. Mittlerweile haben alle dort einmal ansässigen Geschäfte geschlossen. Über die künftige Nutzung werde der Stadtrat zu entscheiden haben. Dies werde wohl erst dann geschehen, wenn das Thema „Tanzhaus“ generell auf der Agenda stehe.