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03. September 2010 18:55 Uhr

Jetzt wird sogar an den Sonntagen gearbeitet

Donauwörth Das Statistische Bundesamt spricht von einem starken Wachstum der deutschen Wirtschaft im zweiten Quartal 2010. Die Bundesregierung will sogar ihre Wachstumsprognose von 1,4 Prozent auf das Doppelte erhöhen. Teilen die Unternehmen im Landkreis diesen Optimismus. Überwiegend melden die befragten Firmen wieder volle Auftragsbücher. Zurückhaltung übt man aber in der Vorschau auf das kommende Jahr. Von Bernd Schied

Jetzt wird sogar an den Sonntagen gearbeitet

"Bei uns ist die augenblickliche Wirtschaftslage gut", betont Thomas Steinwinter, Personalleiter des großen Automobilzulieferers Valeo in Wemding. Nach einer konjunkturell schwierigen Phase im vergangenen Jahr, bedingt durch die Wirtschaftskrise speziell auf dem Automobilsektor, könne man sich in dem 1300 Mitarbeiter zählenden Unternehmen derzeit über mangelnde Arbeit nicht beklagen. Äußerst positiv habe sich die Auftragslage im "Sensorenbereich" mit dem Produkt "Einparkhilfe" entwickelt. "Wir müssen sogar sonntags arbeiten, um nachzukommen", so der Personalchef, der auch für den Rest des Jahres 2010 "volle Auslastungen" melden kann. Wie es 2011 bei Valeo aussehen werde, sei jedoch nicht absehbar. Dies hänge entscheidend von der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung der Automobilbranche ab, worüber jetzt noch keine Aussagen getroffen werden könnten. Um die Auftragsspitzen abfangen zu können, habe das Unternehmen sogar neue Arbeitskräfte eingestellt, allerdings mit befristeten Verträgen.

Mit "vorsichtig" beurteilt Martin Ostachowski, Sprecher der Ohnhäuser-Gruppe, die Aussichten für das Unternehmen in Wallerstein. Die Perspektiven hingen bei Ohnhäuser entscheidend von der Entwicklung in der Luftfahrtindustrie ab, die rund 70 Prozent der Kunden umfasse. "Wenn es dort gut läuft, profitieren auch wir", betont Ostachowski, der die Lage der Firma als ganz gut bezeichnet. Nach einer dreimonatigen Kurzarbeit im vergangenen Jahr habe man heuer rund 20 Mitarbeiter neu eingestellt, wobei allerdings Absolventen der Meisterschule dabei seien, die schon vorher zum Unternehmen gehörten.

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Als "stabil" wird derzeit die Auftragslage beim größten Arbeitgeber im Landkreis, der Firma Eurocopter in Donauwörth, eingeschätzt, wie Pressesprecherin Christina Gotzheim auf Anfrage unserer Zeitung erklärte. Diese positive Entwicklung werde wohl noch bis zum Jahresende 2010 anhalten. Wie es im kommenden Jahr weitergehe, könne man nicht sagen. Eines sei dennoch absehbar: "Die Jahre 2011 und 2012 werden schwieriger." Das Unternehmen sei trotz der Wirtschaftskrise bisher ohne Kurzarbeit über die Runden gekommen, ergänzte die Sprecherin, deren Unternehmen in der Kreisstadt knapp 5000 Mitarbeiter beschäftigt. Bekanntlich stellt Eurocopter Hubschrauber und Türen für die Airbus-Flugzeuge her.

Leichte Belebung bei Kiel

Von einer "leichten Belebung" der Auftragseingänge spricht der kaufmännische Geschäftsführer der Nördlinger Firma Kiel, Jörg Stadali. Das Niveau des Boomjahres 2008 sei aber noch in weiter Ferne. Der Hersteller von Sitzen verzeichnete im Bereich "Bahn" bis heute ein konstant gutes Niveau. Das liege vor allem an neuen Sitzen, die Kiel entwickelt und auf den Markt gebracht habe.

Für das laufende Jahr kämen in diesem Sektor immer wieder kurzfristig Aufträge herein. "Das ist eine neue Entwicklung für uns." Schwieriger stelle es sich hingegen im Busbereich dar, der durch Einbrüche im Nutzfahrzeugbereich um bis zu 50 Prozent gelitten habe. Im Moment stelle Kiel zwar eine leichte Belebung fest, aber man sei weit vom Niveau vor der Krise entfernt. Von Optimismus will Jörg Stadali deshalb nicht sprechen. Das Ganze stehe auf "wackligen Füßen".

Dr. Peter Lintner, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben in Augsburg, spricht von einem "soliden Aufwärtstrend" in der nordschwäbischen Wirtschaft, wie Umfragen bei Unternehmen ergeben hätten. Die Betriebe hätten diesen positiven Trend durch ihr eigenes Verhalten untermauert, indem sie wieder mehr investierten. Auch habe sich die Beschäftigungssituation in der Region als sehr stabil erwiesen; teilweise seien neue Kräfte eingestellt worden. Vor diesem Hintergrund gehe er davon aus, dass der Wachstumstrend trotz mancher Risiken beständig bleibe.

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