Münster Exakt in der geografischen Mitte des Ortes lässt Münster ein neues gemeindliches Zentrum entstehen. Dort, wo 2003 das Feuerwehrhaus gebaut wurde, sollen nun auch der Bauhof und eventuell später einmal ein Rathaus eine neue Heimat finden. Von Gloria Brems

Die Konzentration der kommunalen Gebäude auf einen Standort hat laut Bürgermeister Gerhard Pfitzmaier nicht nur einen praktischen, sondern auch einen umweltfreundlichen Zweck: "Unsere Philosophie ist, dass wir die Energie für unsere öffentlichen Gebäude selbst erzeugen wollen. Schließlich haben wir sehr viel Holz in den Auwäldern." Deswegen bekommt der neue Bauhof eine Hackschnitzelheizung, die auch das angrenzende Feuerwehrhaus mit versorgen wird. Bisher wird es mit Propangas beheizt, was laut Bürgermeister sehr teuer ist.
Die Fundamente für den Bauhof sind schon gelegt. Anfang November soll das rund 500 000 Euro teure Projekt fertig sein, denn dann muss der Winterdienst beginnen. In der 15 mal 30 Meter großen Halle mit Pultdach entsteht eine Gerätehalle, eine Werkstatt, ein Sozialtrakt mit Aufenthaltsraum, Umkleide, Dusche und Toiletten sowie ein Streusalzlager. Gerade letzteres wird für den Gemeindearbeiter eine enorme Erleichterung sein, wie Bürgermeister Pfitzmaier sagt, denn bisher muss er die 25 Tonnen Salz jedes Jahr mit Schaufel und Muskelkraft vom Lager in den Lkw schippen. Der alte Bauhof kann nämlich mit einem Lastwagen nicht befahren werden. Außerdem gibt es dort weder Heizung noch Sanitäranlagen. Ein ausreichend großes Außenlager für Baumaterial rundet den neuen Komplex ab.
Wasserwirtschaftsamt forderte Retentionsflächen
Etwas Probleme bereitete der Gemeinde allerdings das Wasserwirtschaftsamt. Das nämlich forderte wegen der angrenzenden Friedberger Ach Retentionsflächen - ein Areal, das im Falle eines Hochwasserabflusses als Überflutungsfläche genutzt werden kann. Zwar habe der Fluss in diesem Bereich noch nie Hochwasser gehabt, wie Pfitzmaier sagt, aber die Gemeinde konnte nicht aus. Sie musste durch einen Grundstückstausch mit einem Landwirt mehr Fläche vorweisen.
Damit hat Münster nun ausreichend Platz, um seinen neuen Mittelpunkt ansprechend zu gestalten. So reicht die Fläche auch, um ein kleines Rathaus zu errichten. "Ein Zweckbau, kein Prunkbau", wie der Bürgermeister versichert, denn eigentlich fühlt er sich in dem schön hergerichteten Schulgebäude wohl. Allerdings ist es dort sehr eng: "Für Trauungen müssen die Möbel ausgeräumt werden, damit die Leute Platz haben, es gibt kein Archiv und bei Gemeinderatssitzungen müssen sich die Räte eng zusammendrängen." Wenn die Finanzen passen, soll also der Rathaus-Neubau das nächste Bauvorhaben Münsters sein.
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