Buchdorf Der Bau der gemeinsamen Kläranlage von Kaisheim und Buchdorf wird deutlich teurer wie noch im Januar vergangenen Jahres angenommen. Das räumte Buchdorfs Bürgermeister Georg Vellinger bei der letzten Sitzung des Gemeinderats ein.
„Wir haben seit Mitte letzten Jahres eine eklatante Kostensteigerung im Tief- wie im Hochbau“, erklärte Vellinger. Die auf Buchdorf entfallenen Kosten werden derzeit mit 4,45 Millionen Euro (ursprünglich 3,8 Millionen Euro) angesetzt.
Wie Vellinger aus der Sitzung berichtete, habe man erste Aufträge für das Großprojekt vergeben. Noch keine konkreten Zahlen habe man für den erforderlichen Durchleitungskanal. Es gäbe Schätzkosten, aber im Detail werde man erst bei der Vergabe des Auftrags wissen, mit welchen Ausgaben zu rechnen sei.
PWG-Sprecher Günther Otto äußerte sich bei der Sitzung überrascht, „dass es eine solche Kostensteigerung gibt“. Er bemängelte, dass die Ausschreibung nicht fachmännisch erfolgt sei und die Bürger nun die Zeche zahlen müssten.
Rund 250000 Euro Kostensteigerung
Auch der Bau des Bauhofs in Buchdorf werde teurer, erklärte Bürgermeister Vellinger. Auch hier würden sich die Kostensteigerungen negativ auswirken. Zum Jahresende 2010, so das Gemeindeoberhaupt, sei man von Kosten in Höhe von rund 750000 Euro ausgegangen. Nunmehr müsse man wohl mit einer Million Euro rechnen, die das allerdings zwischenzeitlich auch erweitere Projekt verschlingen werde. Bewusst habe man auf einen Elektroprojektanten verzichtet und damit einen Gemeinderat beauftragt, der ein Elektroinstallationsgeschäft in Buchdorf betreibe. „Damit sparen wir erheblich Kosten“, sagte Vellinger.
Auch dafür war er gemeinsam mit der „CSU-Ratsmehrheit“ von Günther Otto kritisiert worden. Er sprach von einem „Gschmäckle“, weil die ausführende Firma für die Erstellung des Leistungsverzeichnisses Gemeinderat und ein Parteifreund des Bürgermeisters sei. Ein Antrag der PWG, dass künftig vor Beginn einer Baumaßnahme alle Kosten vorliegen müssten, ist nach Auskunft Vellingers gegen drei Stimmen abgelehnt worden. „Von einer scheibchenweisen Auftragsvergabe kann keine Rede sein“, widersprach der Bürgermeister einem weiteren Vorwurf Ottos.
Weitere Missstimmung kam auf, als Otto zum Thema Windkraft eine Bürgerversammlung forderte. Die Bürger müssten mit ins Boot genommen werden und mitentscheiden, ob und wie weit die Energiewende mitgetragen werde.
„Dazu gibt es rechtlich keine Handhabe“, entgegnete Bürgermeister Vellinger. Die Rechtslage sei eindeutig. Ottos Antrag zu einer Bürgerversammlung und einer schriftlichen Hausumfrage wurde abgelehnt. Vielmehr entschied die Mehrheit im Gemeinderat, dem regionalen Planungsverband als Windkraftfläche jenes Areal zu empfehlen, das bereits im Februar 2011 genannt worden sei: ein Grundstücksverbund in Richtung Daiting.
Bürgermeister Vellinger legte Wert auf die Feststellung, dass zu dieser Fläche und der nächsten Wohnbebauung ein Abstand von 1200 Metern vorhanden sei. (bih)