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Serie (5)DZ-: Pferde, Schmuck und Biokuchen

Serie (5)DZ-

Pferde, Schmuck und Biokuchen

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    Doris Prügel war auf der Messe.
    Doris Prügel war auf der Messe.

    Tapfheim-Erlingshofen/Rettingen

    In den großen, sanften Augen der 18-Jährigen zeichnet sich eine schläfrige Tiefenentspannung ab. Ich würde gerne mit Fujaja tauschen. Kein Wunder. Die Pferdedame wird gerade intensiv massiert – von Julia Böhme aus München. Während ich heute durch meine Kaffee-Tour zum ersten Mal nach Tapfheim-Erlingshofen komme, war die schlanke, große Frau schon oft hier bei Gabi Färber und ihrer Stute. Böhme ist die Pferdeosteopathin, der Gabi Färber vertraut.

    Was ist ein Pferdeosteopath? „Das ist bei den Pferden wie bei den Menschen, sie sind verspannt, haben Schmerzen. Ich versuche, die Blockaden zu lösen.“

    Gabi Färber spürt, dass das ihrem Pferd hilft. Sie scheut bei ihren Tieren keine Mühen oder Kosten – „Sie sind mein Leben.“ 30 Vögel, drei Katzen, ein Hund, drei Ziegen, ein Pony und zwei Pferde – das sind ihre Mitbewohner auf dem Hof. „Ich lege keinen Wert auf teure Klamotten, Autos oder Urlaube. Meine Leidenschaft sind Tiere.“ Sie sei mit Tieren aufgewachsen und könne ohne sie nicht leben, erzählt mir die braun gebrannte, sportliche Frau, während ich die weichen Nüstern der Stute streichle. Mit ihrer Freundin Doris Prügel aus Brachstadt kann sich Färber gut über Pferde und Reiten austauschen. Die 35-jährige Zahnarzthelferin besitzt auch zwei Pferde. Früher hat sie 17 Jahre lang aktiv Fußball gespielt, jetzt hat sie sich fast ganz dem Reiten verschrieben. „Ich bin ein Naturmensch, bin furchtbar viel und gern draußen.“ Sie kommt gerade aus Augsburg von der Reitermesse Americana zurück. Wie bestellt, hat sie ihrer Freundin ein Halfter und Pferdeleckerlies mitgebracht.

    Nicht weit von Färber wohnt Rita Failer. Sie hat eine ganz andere Leidenschaft: einzigartigen Schmuck herzustellen. Aus dem Wohnzimmer der Familie sind eine Werkstatt und Ausstellungsraum geworden. Bei sanfter Musik und mit Blick auf den Apfelbaum im Garten sitzen Failer und ihre Mitarbeiterin Manuela Häusler an einem großen Tisch und reihen Perlen auf. Schmuck Failer ist mittlerweile so bekannt, dass Kundinnen direkt ins Haus spaziert kommen. „Angefangen hat das mein Mann, der mir und meinen Töchtern selbst Schmuck machte.“ Beim Schmuck machen fühle sie sich frei. Ihre andere Leidenschaft ist übrigens Kampfsport. „Auch da muss man sich so konzentrieren und schaltet gleichzeitig ab“, sagt sie. Auf der anderen Seite der Haupstraße lerne ich eine Frau kennen, die ich ab jetzt am liebsten öfter besuchen würde: Irmgard Miller, bei der es jeden Tag selbst gebackenen Kuchen gibt. Die 51-Jährige betreibt seit vielen Jahren einen Biohofladen. Als ich plötzlich bei ihr im Geschäft stehe, schaut sie überrascht auf – und strahlt. „Ich lese die Kaffee-Serie in der DZ so gerne, aber ich hätte nie gedacht, dass Sie bei mir auftauchen“.

    Bei leckerem Schmand-Apfelkuchen und Kaffee erfahre ich viel über Biolandwirtschaft. Jetzt sei Bio ja total in und viele würden auch des Geldes wegen von konventioneller auf Biolandwirtschaft umsteigen. „Aber damals, als mein Mann umgestellt hat, waren das noch ganz andere Zeiten. Er wurde als Exot und Spinner verschrien.“ Wegen des Geldes, findet Irmgard Miller, sollte man nicht auf Bio machen. „Da muss man mit vollem Herzen dahinterstehen, der Natur und den Tieren zuliebe“.

    Ihr Mann, der sei ein Vollblut-Biobauer gewesen. Sein plötzlicher Tod vor sechs Jahren war ein harter Schicksalsschlag. Aber sie hat gekämpft und schafft es, den Laden und die Biolandwirtschaft weiterzuführen. „Das ist das, was mein Mann und ich gemeinsam aufgebaut haben.“ Was ist das Lebensmotto einer so starken Frau, will ich wissen? „Sei gut zu die Leut und zur Natur und sei immer rechtschaffen“, gibt sie mir mit auf den Weg.

    Und der führt mich nach Rettingen. Auf dem Weg dorthin liegt das zartrosa-verwitterte Schloss Donaumünster. Um 1720 wurde das schlossartige, barocke Amtshaus von einem Abt errichtet, habe ich gelesen. 1921 erwarb es Alexander von Bernus, der bekannte Dichter und Alchimist. Nun scheint es, als würde es langsam verfallen.

    Für Dichtung haben Karl Burgetsmaier (61) und seine Familie im Ortsteil Rettingen wenig Zeit. Auf ihrem großen Hof betreibt er mit seiner Tochter Melanie Linder eine Pferdepension. „Das ist viel Arbeit, aber wir haben ein glückliches Leben hier mit Natur rundherum “, sagt Burgetsmaier, während seine Enkelin Lena fröhlich umherhüpft. Er bietet mir Kaffee und Kuchen an, doch ich muss ablehnen, für heute bin ich bestens versorgt worden.

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