Der Kaisheimer Hobbyimker Karl Heinz Bablok hat mit seinem Erfolg vor dem Europäischen Gerichtshof ein riesiges Echo ausgelöst. Nachdem am Dienstag in Luxemburg die Entscheidung bekannt gegeben worden war, dass Honig keinerlei Spuren gentechnisch veränderter Organismen enthalten darf (wir berichteten), war Bablok ein gefragter Mann. Sogar die „Tagesschau“ der ARD berichtete über den Imker und die weitreichenden Folgen des Urteils.
Auf dieses reagierten am Mittwoch auch Spitzenpolitiker. Dem 55-Jährigen gratulierten inzwischen viele Menschen, seien es erleichterte Bürger und Imker aus der Region, der Kaisheimer Bürgermeister Franz Oppel oder Walter Haefeker, Präsident des Europäischen Berufsimkerverbands.
Auch Johann Holzmann, Vorsitzender des Imkerverbandes Donau-Ries, spricht von einem „großen Erfolg“: „Es hat sich gezeigt, wie es läuft, wenn einzelne Bürger Initiative zeigen und durchhalten“, so Holzmann. Wichtig sei die Unterstützung diverser Organisationen gewesen. Die Bemühungen von Bablok und aller Imker zum Schutz der Bienen und des Honigs seien „eine Sache, die bis ganz nach oben gehen muss“, so Holzmann. Die Bienen seien für die Natur unverzichtbar.
Durch das Gerichtsurteil werde viel Honig aus dem Ausland bald nicht mehr auf dem Markt sein, glaubt Holzmann. Der erinnert daran, dass nur 20 Prozent des Honigs, den die Deutschen verzehren, aus dem eigenen Land stammen. Hauptlieferant sei Argentinien. Dort würden gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut. Der Preis für Honig werde in der Bundesrepublik wohl steigen.
Der Imker-Kreisverband zählt gut 330 Mitglieder. Diese besitzen über 3100 Bienenvölker mit jeweils bis zu 40000 Tieren. Die Honigernte sei heuer gut, so Holzmann. Sie liege im Landkreis bei schätzungsweise 125 Tonnen. (wwi)