Genderkingen Es ist seit vielen Jahren im Besitz der Gemeinde, wurde zwischenzeitlich außen komplett saniert, doch nun scheint es auch eine neue Nutzung zu erhalten: das sogenannte Enzlerhaus direkt gegenüber dem Rathaus in Genderkingen. Der Gemeinderat hat nun nämlich einen Grundsatzbeschluss gefasst: Das Haus soll zu einem Museum umgebaut werden.
Im Gespräch war zunächst eine Dreifach-Nutzung gewesen: als Haus für die in der Kommune ansässigen Reptilienfreunde, als Ausstellungsort für eine Gartenmöbel-Firma und als Museum. Gegen zwei Stimmen hat sich das Gremium während seiner jüngsten Sitzung nun dazu entschlossen, das Enzlerhaus zu einem Ausstellungs- und Museumshaus zu machen. „Wir haben emotional diskutiert“, berichtet Bürgermeister Roland Dietz. „Aber wir haben eine gute Lösung erzielt.“
Im Vorfeld hatte man schon die statischen Voraussetzungen unter die Lupe genommen, wie Dietz dem Gemeinderat berichtete. 1998 habe die Kommune das Haus außen komplett sanieren lassen, nachdem es zuvor erworben worden war. „Eine gute Entscheidung“, sagt Dietz dazu, denn die ursprünglichen Pläne, das „Schmuckstück“ abzureißen und in der Ortsmitte ein Baumaterialien-Lager einzurichten, „wären für das Gesamtbild Genderkingens nicht schön gewesen“.
Im Inneren gibt es noch viel zu tun
Im Inneren des Gebäudes, das 1884 erbaut wurde und nach dem damaligen Besitzer benannt ist, gibt es noch viel zu tun. „Zeitnah“ wolle man nun an die Planungen und die Umsetzung gehen. Gedacht sei an eine feste Ausstellung wie auch wechselnde Präsentationen. Dietz könnte sich im Dachgeschoss nach dessen Ausbau auch kleinere Veranstaltungen vorstellen, wie beispielsweise literarische Abende für einen begrenzten Kreis Interessierter.
Das klingt alles wie Zukunftsmusik, doch der Gemeinderat will nun aufs Tempo drücken. Bis zum Sommer sollen die Ausbauten fertiggestellt sein. Was die Maßnahme letztlich kosten werde, drüber gibt es nach Angaben von Dietz noch keine Berechnungen. Sicher sei dagegen, dass sich der „Fränkische Wasserwirtschaftsverband“ mit einem Zuschuss an den Kosten beteiligen werde.
Der Bürgermeister zeigt sich erleichtert, dass man nun eine Nutzung für das Enzlerhaus gefunden habe. Schon einmal war ein Versuch im Sande verlaufen, nachdem auf eine Umfrage im Ort gerade mal 16 Meinungen, noch dazu mit unterschiedlichen Vorstellungen eingegangen waren.
Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude mit seinen rund 160 Quadratmetern Nutzfläche soll auch mit sanitären Anlagen und einer Küche ausgestattet werden. In der Vergangenheit war das Enzlerhaus, in dem früher einmal ein Förster gewohnt hat und das auch schon als Bankstelle genutzt wurde, immer wieder einmal der Ort für Advents-Ausstellungen in Genderkingen.