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Ehejubiläum: Seit 50 Jahren ein Paar

Ehejubiläum

Seit 50 Jahren ein Paar

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    Leonhard und Sofie Unsinn feiern heute goldene Hochzeit.
    Leonhard und Sofie Unsinn feiern heute goldene Hochzeit. Foto: Manfred Arloth

    Holzheim Leonhard und Sofie Unsinn aus Holzheim feiern am heutigen Dienstag bei bester Gesundheit im Kreise ihrer Angehörigen das Fest der goldenen Hochzeit. Aus kleinsten Anfängen heraus erarbeitete sich das Ehepaar einen Landtechnikbetrieb, der im Umkreis von rund 100 Kilometern einen hohen Bekanntheitsgrad hatte.

    Der Jubilar wurde am 11. Februar 1935 geboren. Leonhards Eltern hatten mitten in Holzheim eine kleine Landwirtschaft und eine Schmiede, die bei einem amerikanischen Tieffliegerangriff 1945, an einem der letzten Kriegstage, vollkommen zerstört wurde. Leonhards Vater war seit 1939 Soldat und starb 1944 in Russland – diese traurige Mitteilung erhielt die Familie im Jahr 2002. 1945 kam Leonhards Bruder Josef bei einem tragischen Unglücksfall ums Leben.

    Leonhard wollte unbedingt Schmied werden, und so fuhr er 1949 mit seinem Fahrrad bis nach Wemding, um sich beim Schmiedemeister Gruber, der als Einziger in weitem Umkreis einen Lehrling suchte, vorzustellen. Nach der Lehrzeit und der Arbeit in diversen Betrieben, wie etwa in Königsbrunn oder bei der Firma Brenner in Rain, wurde Leonhard Unsinn im Jahre 1957 Schmiedemeister, sodass er sich selbstständig machen konnte. „Ich hatte damals praktisch gar nichts, kein Geld und keine Werkzeuge. Um diese zu kaufen, musste ich einen Wechsel unterschreiben“, erzählt der Jubilar.

    Da war es ein Glücksfall, dass er beim Tanzen in Thierhaupten seine spätere Frau Sofie Raba, geboren am 16. Oktober 1940, kennenlernte, die als Verkäuferin in der elterlichen Bäckerei tätig war. Zusammen baute das Ehepaar den Betrieb auf gemäß dem Grundsatz: „Bei einem guten Geschäft müssen Käufer und Verkäufer zufrieden sein.“ Allmählich weiteten sich die Sparten Landtechnik (Schlepper, Melkmaschinen, Ladewagen, Güllefässer, Mähdrescher und Anhänger), Reparatur sowie Produktion so aus, dass 1960 eine erste Werkstatt in der Größe 20 mal 12 Meter gebaut werden konnte. 1966 errichtete das Ehepaar das Wohnhaus.

    Ein Großbrand, ausgelöst durch einen Kugelblitz, vernichtete im Juli 1991 die Montagehalle mit Lager. 1992 übergab das Ehepaar den Betrieb an Sohn Josef mit seiner Frau Rosa. Seither konzentrierte man sich auf den Fahrzeugbau, genauer gesagt auf die Produktion von Anhängern.

    Aus den Ehen von Tochter Sofie, die in Bertoldsheim lebt, und Sohn Josef gibt es die Enkel Georg, Anna Johannes und Josef, „unsere Augensterne“, so das Ehepaar Unsinn.

    Bei der Frage nach den Hobbys gibt es nur Kopfschütteln: „Wir hatten nie Zeit für Hobbys, und auch Urlaubsreisen fielen kurz aus“, bekennen die Jubilare – und lachen dabei. (ma)

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