Dienstag, 21. Mai 2013

26. Oktober 2011 12:00 Uhr

Imker Karl Heinz Bablok

Sepp-Daxenberger-Preis für den Sieg über den „Gen-Goliath“

Karl Heinz Bablok bekommt nach seinem Erfolg vor dem Europäischen Gerichtshof den Sepp-Daxenberger-Preis.

Kämpft für gentechnikfreien Honig und darf sich nun über einen Preis freuen: Karl Heinz Bablok aus Kaisheim.
Foto: Widemann

Der Kaisheimer Hobbyimker und Kommunalpolitiker Karl Heinz Bablok darf sich nach seinem Erfolg vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) auf eine Auszeichnung freuen, die überregional für Aufsehen sorgt. Gestern gab der Landesverband der Grünen bekannt, dass der Kaisheimer den Sepp-Daxenberger-Preis bekommt. Dieser wird erstmals vergeben und erinnert an den in diesem Jahr gestorbenen Politiker, der über alle Parteigrenzen hinweg hohes Ansehen genoss. Den Preis erhalten Personen oder Organisationen, „die sich für Veränderungen starkmachen, die dem Ziel des Erhalts der natürlichen Lebensgrundlagen dienen“, so die Grünen.

„Das ist eine besondere Ehre für mich“, freut sich Bablok über die Auszeichnung, die er am morgigen Donnerstag in München im Rahmen der Feier zum 25-jährigen Jubiläum der Grünen-Fraktion im Landtag überreicht bekommt.

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Wie bereits berichtet, erwirkte Bablok nach einem jahrelangen Rechtsstreit vor dem EuGH, dass Honig, der auch nur geringste Spuren gentechnisch veränderter Pollen enthält, ohne Zulassung nicht auf den Markt gelangen darf. Das Urteil dürfte weitreichende Konsequenzen haben, beispielsweise auf den Import von Honig oder das Gentechnik-Gesetz überhaupt.

Mit seiner Hartnäckigkeit habe Bablok „einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen den Einsatz gentechnisch veränderter Organismen in Lebensmitteln geleistet“, heißt es in einer Pressemitteilung der Grünen, die gestern verbreitet wurde. Auch Sepp Daxenberger sei es ein Herzensanliegen gewesen, die Agro-Gentechnik zurückzudrängen, „weil sie mit unkalkulierbaren gesundheitlichen Risiken spielt und zudem die Existenz der bäuerlichen Landwirtschaft infrage stellt“. Er habe Daxenberger zuletzt vor einigen Jahren im Kommunalwahlkampf getroffen, berichtet Bablok. „Er war für mich ein Vorbild“, bekennt der 55-Jährige, der für die Grünen 2008 in Kaisheim als Bürgermeisterkandidat antrat und dort im Gemeinderat sitzt. Für seinen zähen Kampf für einen gentechnikfreien Honig wurde Bablok vor zwei Jahren schon einmal gewürdigt. Der Bundesverband der Berufsimker ehrte ihn mit dem „Goldenen Stachel“.

Durch das Urteil des EuGH hat der Kaisheimer einen hohen Bekanntheitsgrad bekommen, wie er nach eigenen Angaben kürzlich auch beim Deutschen Imkertag erfahren durfte. Im Gespräch mit unserer Zeitung verweist Karl Heinz Bablok aber auch auf die Verdienste von Thomas Radetzky: „Ihm gehört meine Hochachtung.“ Der Geschäftsführende Vorstand des Vereins Mellifera (Verein für wesensgemäße Bienenhaltung) und Leiter der Demeter-Versuchsimkerei stehe nämlich als Privatperson für die Prozesskosten gerade.

170.000 Euro Prozesskosten: „Schutzhonig“ wird verkauft

Bislang seien da 170000 Euro angefallen. Durch Spenden und den Verkauf von „Schutzhonig“ in kleinen Gläsern habe man einen Großteil der Summe beisammen, schildert Bablok. Ein Industrieller in Baden-Württemberg habe 2000 Euro für ein einziges Glas hingeblättert.

Das Honig-Urteil bezeichnet Mellifera übrigens als „Sieg über den Goliath der Genindustrie“. Viele Gentechnik-Produkte würden wahrscheinlich schon bald aus den Regalen der Supermärkte verschwinden. Denn: „Was für den Honig unseres klagenden Imkers Karl Heinz Bablok gilt, gilt nun auch für sämtliche Lebensmittel in der EU.“

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