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Neujahrskonzert: Spritzig, fröhlich, kurzweilig

Neujahrskonzert

Spritzig, fröhlich, kurzweilig

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    Die Thüringen Philharmonie Gotha bestritt das Neujahrskonzert im Donauwörther Tanzhaussaal und traf den Geschmack des Publikums.
    Die Thüringen Philharmonie Gotha bestritt das Neujahrskonzert im Donauwörther Tanzhaussaal und traf den Geschmack des Publikums. Foto: Fotos(3):Sisulak

    Donauwörth Der Mensch liebt ja bekanntlich Traditionen, Rituale, das Immerwiederkehrende. Es schafft ein Gefühl von Sicherheit, eine positive Grundstimmung, eine Zuversicht, die besonders zu Beginn von etwas Neuem wichtig ist. Somit erstaunt es gar nicht, dass das Neujahrskonzert der Stadt Donauwörth mit anschließendem Empfang des Oberbürgermeisters immer wieder ausverkauft ist.

    Diesmal wurde der musikalische Jahresauftakt im Tanzhaus von der Thüringen Philharmonie Gotha unter dem Dirigenten Hermann Breuer gestaltet. Und was das Herz zum Neujahrskonzert begehrt, das wurde in bester Weise spritzig, fröhlich, kurzweilig und auf hohem Niveau geboten: Oper, Operette, Operette, Operette, Lehár, Offenbach, Smetana, Dvorák, Strauss, Strauss, Strauss und - immer wieder gern gehört, diesmal mit echtem Schreibmaschinen-Solo – „The Typewriter“ von Leroy Anderson. Doch – auch das braucht der Mensch – es muss neben dem Altvertrauten die Abwechslung geben. Und die gab es noch dazu am Freitagabend in Donauwörth. Sie trug den Namen Miriam Sharoni.

    Mit dem „Lied an den Mond“ aus Antonin Dvoráks Oper „Rusalka“ stellte die in Schweden geborene Israelin sich dem erwartungsvollen Publikum als ausdrucksstarke Sopranistin vor. Mit erdigem Klang in den unteren Lagen und glockenreinen Höhen besonders in der fulminanten, temperamentvoll vorgetragenen Schlusskantilene der Arie zog sie das Publikum in den romantisch melancholischen Bann von Dvoráks spannungsreicher Komposition.

    Authentisch geblieben

    Nicht weniger authentisch interpretierte Sharoni das weit dramatischere Lied der Saffi aus dem Zigeunerbaron von Johann Strauss, „So elend und so treu sind die Zigeuner“. Vollends bewies die attraktive Sopranistin ihre Vielseitigkeit mit „I Feel Pretty“ aus Leonard Bernsteins „Westsidestory“, das sie mit sichtbarer Freude und Anmut vortrug. Ein Instrumental-Medley aus eben diesem Musical der 50er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts gab auch dem Orchester Gelegenheit, seine stilistische Flexibilität beispielsweise in lateinamerikanischen Rhythmen zu präsentieren.

    Schade war insgesamt nur, dass der Bühnenraum offenbar einen Teil des Klangs schluckte, ihm ein wenig der Brillanz nahm. Dirigent Hermann Breuer führte nicht nur das Orchester mit sensibler Bestimmtheit, er geleitete auch das Publikum mit amüsanten Anekdoten aus dem Leben der Komponisten, mit netten Scherzen und Gedichten unterhaltend durch den Abend. Mit anhaltendem Applaus dankte man ihm, dem Orchester, der Sängerin und erwirkte damit natürlich die Zugabe. Mit der schnellen Polka „Leichtes Blut“ von Johann Strauss begab man sich rasant-schwungvoll wieder ins klassische Neujahrsprogramm. „Prosit Neujahr“ wünschte das Orchester, mehr Applaus gaben die Zuschauer, der Radetzkymarsch musste noch kommen – so will es die Tradition – und er kam.

    Willig ließen sich die Konzertbesucher dirigieren, mitreißen, klatschten dezent, klatschten beherzt, widmeten sich anschließend zufrieden, in gehobener Stimmung dem, was an dieser Stelle immer kommt, dem angeregten Gespräch bei einem Gläschen Sekt auf dem Stehempfang des Oberbürgermeisters Armin Neudert.

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