Oberndorf Ein „profitables Wachstum im Kerngeschäft“ vermeldet der Hartmetall-Hersteller Tigra in Oberndorf. Geschäftsführer Helge Motzer bestätigte, dass das Unternehmen mit seinen derzeit 180 Mitarbeitern den Umsatz im vergangenen Jahr um rund 30 Prozent auf 31,7 Millionen Euro gesteigert hat. Tigra stellt in Oberndorf unter anderem Sägemesser, Hobelmesser und Cutter her.
„Wir haben ein Rekordjahr hinter uns“, freute sich Motzer und fügt hinzu: „Wir sehen weiter optimistisch in die Zukunft.“ Maßgeblich für das Wachstum sei gewesen, dass die Ende 2007 beschlossenen Entwicklungen neuer Produkte auch in der Krisenzeit konsequent fortgeführt worden seien „und alle geplanten Investitionen getätigt wurden“. Motzer machte klar, dass typische Familienunternehmen im Gegensatz zum Großkapital nicht an Quartalsergebnissen, sondern an langfristiger Unternehmenssicherung und realistischen Wachstumsplänen interessiert seien. „Letztlich wäre es wünschenswert, dass ein großer überregionaler Verbund von zahlreichen Familienunternehmen zustande kommt, der dann das Gehör der Politik findet.“
85 Prozent der Ware geht ins Ausland
In den vergangenen drei Jahren habe Tigra, das 85 Prozent der Ware ins Ausland exportiert, mit neuen Produkten den Einstieg in Marktnischen der Metallbearbeitung, in die Schneidstoffe Diamant und Bornitrit sowie in Spezialschneidmesser zum Zuschneiden von Textil, Folien und Leder geschafft. Erleichtert hätten dies hochrationelle, meist selbstentwickelte Fertigungsmaschinen und Verfahrenstechniken „und ein hoch qualifizierter Stab an Mitarbeitern“. Kerngeschäft des Unternehmens waren Schneideinsätze für die Holzbearbeitung. Hier sind die Oberndorfer heute bei geschliffenen Produkten Weltmarktführer. Der Anteil der neuen Produkte Sägezähne, Cuttermesser, Platten zur Metallverarbeitung oder Halbzeuge zur Metallverarbeitung habe 2011 rund 15 Prozent oder 4,5 Millionen Euro vom Gesamtumsatz ausgemacht, rechnete Geschäftsführer Motzer vor. Das Handeln mit kontrolliertem Risiko sei Wegweiser für die Zukunft des Familienunternehmens gewesen. Die Erwartungen für 2012 habe man heruntergeschraubt, sagte Motzer, aber: „Es wird weiter bergauf gehen.“ (bih)