Mertingen Die wohl bekannteste Komposition von Johann Strauß’ Sohn ist die Operette „Der Zigeunerbaron“. Deren Einzugsmarsch stand am Anfang des Frühjahrskonzertes des Musikvereins Mertingen in der Turnhalle. Dirigent Vasyl Zatopets hatte eine bunte Melodienfolge zusammengestellt. Durchs Programm führte heuer nicht wie gewohnt Herbert Steinhart. Diese Aufgabe fiel den beiden Aktiven Christina Hofer und Christian Dix zu.
Anfangs bei der Marine, fing Nikolai Rimskij-Korsakow erst später mit dem Komponieren an. Die Oper „Das Märchen vom Zaren Saltan“ zählt zu seinen bekanntesten Werken. Hier startet auch der berühmte „Hummelflug“, dessen englischer Titel „Flight of the Bumblebee“ lautet. Die Klarinettistin Teresa Ackermann „drehte“ dabei mit ihrem erstklassigen Solovortrag „die Flugrunden“. Eine Reminiszenz an den amerikanischen Pianisten und Bandleader Edward Kennedy „Duke“ Ellington stellte Stevie Wonders „Sir Duke“ dar. Den Solopart an der Posaune führte Veit Meggle aus.
Eine Zeitreise ins vergangene Jahrhundert
Eine Zeitreise ins vergangene Jahrhundert vermittelte Johan de Meijs „Klezmer Classic“. Der mehr getragene erste Abschnitt ließ viel Raum für Passagen der Klarinetten, des hohen Blechs, der Flöten, Oboe und Fagott sowie beim Schlagzeug. Volles Werk und flottes Marschtempo war bei Teil zwei angesagt. Während die Tuba stets im Hintergrund agierte, „sonnten“ sich mittels „Let the tuba’s swing“ die Bassisten Günter Aumiller, Josef Brunner und Christian Klimaschka im Rampenlicht. Als nach der Pause Siegfried Rundels Marsch „Fesche Jugend“ erklang, saß schon das Jugendblasorchester auf der Bühne. Schnelles Zeitmaß verlangte der dritte Satz der „Decennial Suite“. Ein Arrangement von Johnnie Vinson trägt die geheimnisvollen Buchstabenkürzel „Y.M.C.A.“, ein Melodienmix, der sich auf „The Village People“ bezieht. Vom selben Arrangeur stammt „The Birth of Rock and Roll“, wobei er aus dem Rock-Repertoire der 1950er-Jahre geschöpft hat. Auch das Erwachsenenorchester mochte es rockig. Ron Sebregts „The Eagles in Conzert“ rief Erinnerungen an die Rockband gleichen Namens wach: „Hotel California“, „Desperado“ und andere. John Miles’ einfacher Titel „Music“ gibt sehr viel her, obwohl ihn Kritiker in den 1970er-Jahren für „pompös und übertrieben“ hielten. Auf dem letzten Blatt des Bilderbogens stand Very Rickenbachers gemütliche Polka „Ein halbes Jahrhundert“. Der großartige Applaus veranlasste zu zwei Zugaben: „Hoch Heidecksburg“ und „One Moment in Time“ von Whitney Houston.