Huisheim „Das ist eine einmalige Chance, die Infrastruktur zu verbessern und unsere Dörfer schöner zu machen.“ Bürgermeister Hermann Rupprecht fiebert „mit Anspannung“ der Dorferneuerung in Huisheim und Gosheim entgegen. Bis Ende des Monats sollen nun erste Pläne vorliegen – im Frühjahr kommenden Jahres mit den ersten Maßnahmen begonnen werden.
„Die Startphase war intensiv“, berichtet das Gemeindeoberhaupt. Aber die Arbeitskreise und das Planungsbüro Moser und Ziegelbauer aus Nördlingen hätten gut zusammengearbeitet.
Nicht leicht gemacht
Die Mitglieder des Vorstands der Teilnehmergemeinschaft hätten sich ihre Arbeit nicht leicht gemacht, seien sich aber bewusst gewesen, dass sie entscheidenden Anteil an der Weiterentwicklung der Ortschaften haben. „Das ist doch einzigartig.“ Zuletzt war eine mehrtägige Begehung in Huisheim und Gosheim durchgeführt worden, um noch einmal die geplanten Maßnahmen zu besprechen und Prioritäten zu setzen. Die Ideen sind gesammelt, die Möglichkeiten erörtert und mit dem Planungsbüro Joost Godts aus Kirchheim am Ries besprochen – jetzt wird es nur noch wenige Monate dauern, ehe die Handwerker aufziehen. Als eine der ersten Maßnahmen – das steht nach Auskunft Rupprechts bereits fest – werde der Straßenraum der Unterdorfstraße neu gestaltet. Dies sei wichtig, weil man gleichzeitig auch die in die Jahre gekommene Kanalisation erneuern könne.
„Wir haben in den letzten Jahren emsig gespart“, sagt Bürgermeister Rupprecht. Zum Ende des Jahres werde man, wie sich absehen ließe, die Pro-Kopf-Veschuldung auf „Null“ heruntergefahren haben. Der Gemeinderat habe ganz bewusst solide gehaushaltet, „weil wir wissen, dass in den nächsten Jahren mit der Dorferneuerung große Belastungen auf uns zukommen“.
Träger der Dorferneuerung ist das Amt für Ländliche Entwicklung in Schwaben mit Sitz in Krumbach. Mit dieser Behörde müssten alle Projekte abgesprochen werden. „Wir werden nur in einzelnen, verschiedenen Maßnahmen unser Ziel erreichen“, sagt Rupprecht. Da werde man gemeinsam einen langen Atem benötigen. Es könne durchaus sein, dass die Maßnahme über mehrere Jahre gestreckt werden müsse.
Der Bürgermeister ist überzeugt, „dass die Dorferneuerung viele Vorteile bringt“. Dazu zählten die Stärkung des Gemeindelebens, der Erhalt und die Verbesserung der Grundversorgung und Dorfplätze, eine Verbesserung der Verkehrssituation, die Unterstützung der Landwirte in Huisheim und Gosheim sowie mehr Attraktivität in den Ortskernen, des Naturhaushalts sowie bei Freizeit und Erholung.
50 Prozent der Kosten wird die Kommune zu tragen haben. Rupprecht zeigt sich erfreut, dass man beim Vorhaben „Dorferneuerung Huisheim II“ – so der offizielle Name – nun die Höchstförderung erhalten werde, nämlich zwei Millionen Euro. Folglich habe die Gemeinde ebenfalls zwei Millionen Euro aufzubringen. Damit seien aber parallel anfallende Kosten nicht abgedeckt: „Man wird sehen, was uns die Vitalisierung unserer Dörfer kostet“, meint Rupprecht. Auf Jahre verteilt könnte die Gesamtmaßnahme durchaus sechs Millionen Euro verschlingen.
Auch für privat angestoßene Projekte gibt es Zuschüsse. Solche Bauarbeiten seien bereits von Bürgerinnen und Bürgern in Angriff genommen worden. Vorrang aus kommunaler Sicht hätte die Neugestaltung der Altdorf-Straßen.
In diesem Zuge werde man versuchen, „die Stromleitungen von den Dächern zu holen“ und beispielsweise Straßen-Überhangleuchten durch andere Lampenformen zu ersetzen.
„Arbeitsame Jahre“ sieht Bürgermeister Rupprecht auf sich und die Verantwortlichen in der Gemeinde zukommen, „aber am Ende werden alle profitieren, auch wenn wir nun einen Kraftakt zu bewältigen haben“.