Zahlreiche Arbeitsschritte
Das Fazit fiel einhellig aus: "Sehr interessant, aufschlussreich und imponierend" - so lauteten die meistverwendeten Vokabeln nach der insgesamt fast dreistündigen Führung. Dabei bekamen die Besucher nicht nur einen Einblick in die technischen Abläufe, sondern wurden von den beiden Redakteuren Alois Knoller (überregionale Kultur) und Markus Erdt (DZ) in die tägliche Arbeit im inhaltlichen Bereich eingeführt. "Unser wichtigstes Kapital ist die Glaubwürdigkeit", erklärte Knoller und wies auf die "Wächterfunktion einer Zeitung" hin. Der Schwerpunkt der Augsburger Allgemeinen mit ihren Heimatzeitungen liege bei der Themensuche in der Region. Dabei seien Journalisten ihrer Zeit immer voraus, denn für deren Denkweise ist heute schon gestern, weil das heute Geschriebene ja erst am folgenden Tag erscheint.
Bis es aber so weit ist, müssen zahlreiche Arbeitsschritte durchlaufen werden. Die beiden sachkundigen Führer Franz-Xaver Hertle und Alois Bäurle lotsten die beiden Gruppen durch verschiedene Hallen. In der Druckformherstellung werden aus den per Dateien übermittelten Daten Platten in vierfacher Ausfertigung produziert. In den Farben schwarz, blau, rot und gelb werden die Seiten mit einem Laserstrahl eingebrannt. Etwa 4500 werden davon täglich gebraucht. Danach wird das hochreine Aluminium an einen Händler verkauft, der es dann beispielsweise an die Firma Audi liefert. "Man kann also sagen, dass in jedem Auto dieser Marke auch ein bisschen von unserer Zeitung steckt", meinte Hertle mit einem Augenzwinkern.
Die Dimension der 65 Meter langen Druckmaschine, die eine riesige Halle ausfüllt, war für die Teilnehmer ebenso beeindruckend wie einige Zahlen: 45 000 Seiten werden pro Stunde gedruckt. Am Tag benötigt man dafür fast 85 Tonnen Papier. "Aufgrund unserer Drucktechnik sind wir Weltklasse", betonte Hertle nach einem historischen Exkurs zu den Anfängen im Jahr 1810 als Allgemeine Zeitung. Die eigentliche Augsburger Allgemeine wurde 1945 von Curt Frenzel gegründet, damals als Schwäbische Landeszeitung. Seit 1959 existiert die Zeitung unter dem aktuellen Namen.
Alleine 2500 Austräger
Der Konzern zählt mittlerweile mit Logistik, Briefversand und Medien mehrere Tausend Mitarbeiter. Dazu gehören genauso die Reporter, die auf der ganzen Welt für die AZ berichten, wie die 2500 Austräger, die dann dafür sorgen, dass die Abonnenten mit den neuesten Nachrichten versorgt werden. (mer)
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donauwoerther-zeitung.de/bilder