Buchdorf Jetzt ist es amtlich: In der Gemeinde Buchdorf wird es am 31. Oktober wieder einen Bürgerentscheid geben. Es ist der dann vierte in der Amtszeit von Bürgermeister Georg Vellinger. Auslöser ist der einstimmige Beschluss des Gemeinderats, dass sich die Kommune am Neubau des Jugend- und Pfarrheims der Katholischen Kirchenstiftung mit 350 000 Euro beteiligt.

Die Parteifreie Wählergemeinschaft (PWG) Buchdorf lehnt die im Gemeinderat gefundene Lösung ab und plädiert für den Bau eines "Bürgerhauses mit Rathausanbau". Daher bildete sich eine Initiative, die ein Bürgerbegehren startete. Günther Otto, Sprecher der Initiative und PWG-Gemeinderat, sammelte mit seinen Mitstreitern 160 Unterschriften, also mehr als die benötigten 125, und reichte sie bei der Kommune ein.
Rechtlich alles in Ordnung
Einstimmig beschloss der Gemeinderat nun die Zulässigkeit, "weil rechtlich alles in Ordnung ist", wie Bürgermeister Georg Vellinger feststellte. Er nutzte die Sitzung, um noch einmal die Sicht der Mehrheit des Gemeinderats darzustellen. Das bestehende Gebäude in der Kirchgasse, rund 40 Jahre alt, befinde sich in einem desolaten Zustand. Weil eine Sanierung, die man zunächst angedacht hatte, unwirtschaftlich sei, wie Experten festgestellt hätten, habe die Kirchenstiftung Sankt Ulrich einen Neubau ins Auge gefasst.
Ein Vorentwurf sieht demnach ein 23 Meter langes und zehn Meter breites Bauwerk vor mit einem rund hundert Quadratmeter großen Saal, einer Küche und Toiletten im Erdgeschoss sowie mehreren Gruppen- und Verwaltungsräumen im Unter- wie im Dachgeschoss. Die Diözese Eichstätt habe trotz angespannter Finanzsituation zugesichert, 350 000 Euro der geschätzten Gesamtkosten von 830 000 Euro zu übernehmen - unter der Bedingung, dass auch die politische Gemeinde 350 000 Euro zuschießt. Den Rest müsste die örtliche Kirchenstiftung tragen.
Für die Mehrheit des Gremiums mache das Vorhaben Sinn, ungeachtet dessen, dass die Kirchenstiftung Besitzer des Grundstücks sei. Wichtig sei, "etwas Vernünftiges für die Bürgerinnen und Bürger zu schaffen". Er sei überzeugt, dass zum einen der Bedarf vorhanden sei, zum anderen das Angebot von den Jugendlichen durchaus angenommen würde. Gemeinsam mit der Kirche habe man die Gelegenheit, hier etwas Zukunftsfähiges zu verwirklichen. "Wir wollen etwas für die Jugend tun", erklärte Vellinger. Natürlich sei die künftige Nutzung in einer Vereinbarung mit der Kirchenverwaltung zu regeln. Es sei klar, dass das Haus allen Jugendlichen - auch denen außerhalb der Katholischen Landjugend - zur Verfügung stehen werde.
Verärgert zeigte sich Vellinger, dass Günther Otto nun verbreite, der Bürgermeister habe den Zuschussantrag erneut auf die Tagesordnung gesetzt, obwohl die Räte auf Initiative der PWG mit 8:3-Stimmen beschlossen hätten, einen Planer zu beauftragen, der ein Gesamtkonzept für ein Bürgerzentrum mit Rathausanbau erstellen solle. Vellinger stützt sich auf einen Beschluss vom 28. Juni, dem die PWG-Räte zugestimmt hätten. Darin war vorgeschlagen worden, die Pläne des Jugendheimbaus dem Gremium vorzustellen und über die Höhe des kommunalen Zuschusses zu entscheiden. "Der Vorwurf, ich hätte etwas willkürlich auf die Tagesordnung gesetzt, ist ungeheuerlich", stellte Vellinger klar.
Das Jugend- und Pfarrheim, das neu gebaut werden soll, würde "für eine so große Summe viel zu wenig genutzt", kritisiert indes auf Nachfrage der Donauwörther Zeitung Günther Otto. Die Kommune sollte ihr Geld nachhaltiger einsetzen, fordert er. Er wünscht sich ein Bürgerhaus mit einem Saal für 200 bis 300 Personen. Sehr wohl, so seine Informationen, würde sich die Diözese auch an den Sanierungskosten des Jugend- und Pfarrheims zu 50 Prozent beteiligen. Aber darüber sei überhaupt nicht mehr gesprochen worden.
Georg Vellinger hat da andere Vorstellungen. "Wir bräuchten in der Gemeinde auch eine Turnhalle", meint er. Diese könnte allerdings erst "in frühestens fünf bis zehn Jahren" verwirklicht werde, hätte aber die Größe, um dort auch entsprechende Veranstaltungen durchführen zu können. Da die Kommune in naher Zukunft ein neues, eigenes Rathaus bauen wolle, mache das Gesamtkonzept durchaus Sinn. Schließlich gehöre der Gemeinde rund um die jetzige Kanzlei ein 5000 Quadratmeter großes Areal.
Nun müssen sich die 1630 Einwohner Buchdorfs und Baierfelds am 31. Oktober mit der durchaus nicht einfach formulierten Frage auseinandersetzen: "Sind Sie dafür, dass ein Bürgerhaus zur Nutzung und für Veranstaltungen durch Jugend und Vereine mit einem Rathausanbau geplant und gebaut wird und dass für ein Jugendheim (Pfarrheim) von der Gemeinde kein Zuschuss (350 000 Euro) gegeben wird?"
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